Steuertipp
Unterricht und Dressur sind nicht das Gleiche

Mancher Halter mag es anders sehen, doch die Finanzgerichte haben nun klargestellt: Die Erziehung von Menschen ist etwas anderes als die Arbeit in einer „Hundeschule“. Das hat für Ausbilder enorme steuerliche Folgen.
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MünchenSteuerlich genießen Freiberufler einige Vorteile: Sie müssen für ihre Einkünfte keine Gewerbesteuer zahlen. Außerdem wird ihnen die Buchhaltung leicht gemacht: Während Gewerbetreibende ab einem bestimmten Gewinn eine Bilanz erstellen müssen, haben Freiberufler sogar bei hohen Gewinnen stets die Wahl. Sie können entweder eine Bilanz erstellen – oder eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung. Für viele Selbstständige ist es daher entscheidend, ob das Finanzamt sie als freiberuflich oder gewerbetreibend einstuft.

Ob Sie zu den Freiberuflern zählen, sagt Ihnen das Einkommensteuergesetz: Dort werden in den sogenannten Katalogberufen die wesentlichen freien Berufe aufgelistet – zum Beispiel Ärzte, Rechtsanwälte, Ingenieure und Journalisten. Aber auch diejenigen, deren Tätigkeitsfeld nicht in den Katalogberufen genannt ist, können Freiberufler sein, wenn ihre Arbeit der eines Katalogberufs ähnlich ist. Auch Selbstständige, die wissenschaftlich, künstlerisch, schriftstellerisch, unterrichtend oder erzieherisch arbeiten, sind Freiberufler.

Dass diese Einstufung jedoch nur für die Erziehung von Menschen gilt, musste jetzt die Betreiberin einer Blindenführ-Hundeschule erfahren. Sie bildete jährlich drei bis fünf Hunde zu Blindenführhunden aus. Gemeinsam mit dem sehbehinderten Menschen suchte sie Welpen aus und kaufte diese.

Nach der Eingewöhnung wurden die Hunde auf verschiedene Weise trainiert, im Führgeschirr sowie im Gehorsams- und Hindernistraining. Nach der Ausbildung erhielt der Sehbehinderte den Hund, in der Übergabephase stand die Trainerin dem Sehbehinderten einführend und begleitend zur Seite. Den Blindenführhund verkaufte die Trainerin an die jeweilige Krankenkasse, die den Hund als medizinisches Hilfsmittel anerkennt.

Das zuständige Finanzamt ging davon aus, dass die Trainerin eine gewerbliche Tätigkeit ausführte, und setzte einen entsprechenden Gewerbesteuer-Messbetrag fest. Dagegen wehrte sich die Trainerin beim Finanzgericht. Das Gericht jedoch wies die Klage zurück. Begründung: Lediglich Unterricht und Erziehung von Menschen – nicht aber von Tieren – seien steuerrechtlich privilegiert.

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„Hundeschule“ als Euphemismus

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