Steuervorteil für Alleinerziehende
Freibetrag trotz Studentenbude

Alleinerziehenden gewährt der Fiskus einen Steuervorteil. Normalerweise geht das Finanzamt davon aus, dass das Kind zu Hause wohnt. Doch der Bundesfinanzhof hat jetzt ein großzügiges Urteil gesprochen.

MünchenAlleinerziehende können pro Jahr einen steuerlichen Freibetrag von 1908 Euro geltend machen. Daraus ergibt sich für Angestellte die Steuerklasse II – und monatlich mehr Netto auf dem Konto.

Für diesen Freibetrag ist es allerdings entscheidend, dass das Kind zum Haushalt gehört. Normalerweise unterstellt das Finanzamt dies, wenn das Kind beim Elternteil gemeldet ist. Ein Verfahren vor dem Bundesfinanzhof zeigt jedoch, dass das nicht immer so sein muss: Ein Vater, der seit mehreren Jahren verwitwet war, bezog für seine damals 21-jährige Tochter Kindergeld. Diese wohnte in einer eigenen Wohnung, war jedoch bei ihrem Vater gemeldet.

Zunächst hatte das zuständige Finanzamt den Entlastungsbetrag für Alleinerziehende noch anerkannt, änderte dann aber den Einkommensteuerbescheid aus verschiedenen Gründen und berücksichtigte unter anderem auch den Freibetrag nicht mehr. Der Fall landete vor dem Finanzgericht, das der Behörde beipflichtete: Die Haushaltszugehörigkeit des Kindes könne widerlegt werden. Auch das Finanzamt erklärte, die Meldebescheinigung sei kein Beweis für die Haushaltszugehörigkeit, wenn die tatsächlichen Verhältnisse abwichen und dies auf melderechtlichen Versäumnissen beruhe.

Der Bundesfinanzhof hingegen schlug sich auf die Seite des Steuerpflichtigen: Das Gericht machte deutlich, dass der entsprechende Paragraf im Einkommensteuergesetz unwiderlegbar vermutet, dass ein Kind, das in der Wohnung des alleinstehenden Steuerpflichtigen gemeldet ist, zu dessen Haushalt gehört (Az.: III R 9/13).

Diese Auslegung sei schon am Wortlaut und an den Gesetzesmaterialien zu erkennen. Es gebe keine Anhaltspunkte dafür, dass die Haushaltszugehörigkeit widerlegt werden könne, wenn eine Meldung vorliege. Der Gesetzgeber wollte eine unwiderlegbare Vermutung schaffen, so das Gericht.

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Freibetrag trotz Studentenbude

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Elternteil muss Unterhalt zahlen

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