Steuerzahlergedenktag
Bürger arbeiten immer länger für den Staat

Sonntag ist Steuerzahlertag: Dann erinnert der Steuerzahlerbund daran, dass für den Rest des Jahres nicht mehr für den Staat gearbeitet wird. Vor allem „heimliche Steuererhöhungen“ lassen die Abgabenlast stetig steigen.
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BerlinDie Steuer- und Abgabenlast der Bundesbürger steigt auch in diesem Jahr weiter an. „51,7 Prozent behalten Fiskus und Sozialversicherungen in diesem Jahr vom Einkommen der Steuerzahler ein“, sagte der neue Präsident des Bundes der Steuerzahler, Reiner Holznagel, der Deutschen Presse-Agentur. „Damit steigt die Belastungsquote gegenüber 2011 um 0,6 Prozentpunkte.“

Das bedeute, dass der Steuerbürger 2012 gut zwei Tage länger als im Vorjahr nur für den Staat arbeite und sieben Tage länger als noch 2010, erläuterte Holznagel weiter. Der sogenannte Steuerzahlergedenktag ist dieses Jahr am 8. Juli. „Ab Sonntag, 05.20 Uhr, arbeiten die Deutschen wieder für das eigene Portemonnaie.“

Holznagel forderte „nachhaltige Korrekturen am Lohn- und Einkommensteuertarif“ zugunsten der Steuerzahler. Als Hauptursache für die steigende Belastung sieht er vor allem die „heimlichen Steuererhöhungen“ aufgrund der sogenannten kalten Progression. „Die kann man betiteln auf fast acht Milliarden Euro“, sagte der Steuerzahlerbund-Präsident.

Er hielt schwarz-gelber Koalition und Opposition vor, sich zulasten des Steuerzahlers im Vermittlungsausschuss nicht auf einen tragfähigen Gesetzentwurf zum Abbau der kalten Progression einigen zu können. Als kalte Progression bezeichnet man den Effekt, dass bei einem Lohnzuwachs zum Ausgleich der Inflationssteigerung die Kaufkraft gleichbleibt, aufgrund des progressiven Einkommensteuertarifs aber ein höherer Steuersatz fällig wird. Holznagel forderte die Politik auf, den Tarifverlauf „zumindest an die Inflation anzupassen“.

Holznagel verlangte auch, dass die hohen Rücklagen bei der gesetzlichen Rentenversicherung über eine Beitragssenkung an den Versicherten zurückgegeben werden müsse. Und auch in der gesetzlichen Krankenversicherung seien die „Reserven übermäßig hoch“.

Die höchste Belastung des Bürgers wurde in den Jahren 1999 (54,5 Prozent) und 2000 (54,7 Prozent) erreicht. Bis 2006 ging die Quote auf 49,1 Prozent zurück, um anschließend wieder zu steigen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Steuerzahlergedenktag: Bürger arbeiten immer länger für den Staat"

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  • Mich kotzt dieser Staat langsam an. Denn von dem, was nach den 51,7 % übrig bleibt, zahle ich wiederum 19 % MwSt, Mineralölsteuer, Stromsteuer usw. usw.. Da kommen wir an die 80 %. Es ist eine Unverschämtheit, was sich dieser Staat und die durch mich bezahlten Politiker erlauben. Denn ich bezahle deren Einkommen. Denn erwirtschaften tun die nichts, außer gegen das eigene Volk aggieren und den eigenen Posten sichern.

  • Bis Sonntag haben wir direkt für den Staat gearbeitet und indirekt für die Finanzeliten. Ab Montag arbeiten dann viele ganz direkt für ihre Hausbank und für die Mitarbeiter, um dann auf ein gutes Weihnachtsgeschäft zu hoffen...

    Im Arbeitslager der EUdSSR wird es soviel Luxus nicht mehr geben.

    Auf geht´s Proles, es müssen noch viele in der City of London und in den Gassen Kreuzbergs ernährt werden. Ora et labora!

  • wie war noch dieser schöne wahlspruch der fdp? "Arbeit muss sich wieder lohnen?" Bisher ist eher das gegenteil der fall. Nur Vermögende wurden belohnt, der dumme arbeitsdepp buckelt sich krumm und muss jedes jahr 2 tage mehr arbeiten bis er sozusagen für sich selbst geld verdienen kann. Bin mal gespannt, wann wir 100 % für den Staat abdrücken müssen.

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