Streit um die Steuererklärung
So geben Sie dem Finanzamt Kontra

Jetzt aber schnell: Am Montag endet die Frist zur Abgabe der Steuererklärung. Auch beim Einspruch gegen den Steuerbescheid ist Eile geboten. Denn: Steuerzahler müssen nicht jedes Nein der Beamten akzeptieren.
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FrankfurtDen 1. Juni haben sich viele Steuerzahler dick im Kalender angestrichen. All jene, die zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet sind und sich dabei nicht von einem Profi helfen lassen, müssen bis zu diesem Termin ihre Steuerformulare beim Finanzamt abliefern. In diesem Jahr endet die offizielle Frist einen Tag später als üblich, da der 31. Mai ein Sonntag ist. Wer den Termin nicht schafft, sollte beim Finanzamt schriftlich um eine Fristverlängerung bitten. Dabei sollten nachvollziehbare Gründe für die Verspätung genannt werden – etwa fehlende Unterlagen oder längere Krankheit.

Doch nach der Abgabe ist das lästige Thema noch längst nicht erledigt. Zunächst heißt es Warten auf den Steuerbescheid – im Durchschnitt benötigen die Finanzämter etwa fünf bis acht Wochen, um eine Steuererklärung zu bearbeiten. Wegen Software-Problemen dauert es in diesem Jahr eher etwas länger. Sobald der Bescheid dann vorliegt, sollte er schnell geprüft werden, denn zur Korrektur bleibt dem Steuerzahler nur ein Monat Zeit. Entscheidend ist dabei das Datum auf dem Bescheid. Wurde er beispielsweise auf den 23. Juni datiert, muss der Einspruch bis zum 26. Juli beim Finanzamt sein – drei Tage rechnet das Amt für die Postzustellung des Bescheids ein.

Die Chance, dass bei der Bearbeitung der Steuererklärung etwas schiefläuft, ist durchaus groß. Laut der jüngsten Einspruchsstatistik des Bundesfinanzministeriums haben die Finanzämter im Jahr 2013 auf knapp zwei Drittel der Einsprüche mit – Achtung Behördendeutsch – sogenannter „Abhilfe“ reagiert. Sie haben dem Steuerzahler also – zumindest teilweise – Recht gegeben und den Bescheid nochmals geändert.

Das heißt zwar weder, dass die Finanzämter bei all diesen Bescheiden einen Fehler gemacht haben, noch, dass der Steuerzahler am Ende eine höhere Rückzahlung oder geringe Nachzahlung verbucht hat. „Trotzdem sollten Steuerbescheide genauestens geprüft werden, um kein Geld zu verschenken“, rät Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler (BdSt).

Die Gründe für die Änderungen sind vielfältig. „Teils werden Daten korrigiert, die von Dritten – beispielsweise von Arbeitgebern oder Krankenkassen – falsch übermittelt wurden. Teils reicht der Steuerzahler selbst zusätzliche Belege ein oder der Bescheid bleibt offen, da zu der Frage ein Gerichtsverfahren anhängig ist“, erklärt Klocke.

Bei der Überprüfung haben es jene Steuerzahler leichter, die ihre Erklärung elektronisch mithilfe einer Steuersoftware erstellt haben. Diese Programme errechnen die voraussichtliche Steuererstattung. Um festzustellen, ob etwas schief gelaufen ist, reicht also schon der Vergleich der vom Programm berechneten mit der tatsächlichen Steuererstattung oder -nachzahlung. Bei einer Abweichungen sollte der Bescheid dann Zeile für Zeile mit der Steuererklärung abgeglichen werden. Wer die Steuererklärung auf Papier abgibt, sollte sich eine Kopie anfertigen, um später abgleichen zu können.

Kommentare zu " Streit um die Steuererklärung: So geben Sie dem Finanzamt Kontra"

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  • 1) die Steuerlast in D ist wegen der ineffizienten EU-Verwaltung, die überwiegend D bezahlen muss, um etwa 30% zu hoch.
    2) den Anteil der grundgesetzwidrigen Kalten Progression kann jeder Steuerzahler zurückfordern.
    3) wegen der vielen Streiks bei Bahn, Post und Kitas kann 'Infrastrukturminderung' analog der Mietminderung geltend gemacht werden - man kann sämtliche Belege für die Zusatz Aufwendungen anrechnen lassen.
    4) generell ist die Staatsquote wegen des mit 'nicht hoheitlichen Aufgaben' aufgeblähten Beamtenapparats - Lehrer, Post und Bahn, Verwalter..... - um 50% zu hoch. Die Steuern kann jeder Steuerpflichtige mit dieser Begründung um 50% kürzen, denn die Beschäftigung von 'Dienstleistern' im Beamtenverhältnis ist grundgesetzwidrig.

    Cameron weiss schon, warum er aus dieser über verwalteten und ineffizienten EU austreten will....

  • vergessen wir nicht die Es Pe De

  • plus Grünen und Linken im BT.

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