Stromerzeugung
Steuern sparen mit Photovoltaik wird schwierig

Den eigenen Strom erzeugen und gleichzeitig die persönliche Steuerlast senken – solche Modelle waren lange Zeit attraktiv. Viele Finanzämter machen da aber nicht mehr mit. Was Steuerzahler noch tun können.
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DüsseldorfMit einer Photovoltaikanlage auf einem Hallendach lukrative Einnahmen erzielen und gleichzeitig Gebäudekosten und Mietverluste steuerlich geltend machen? Das klingt nach einem schönen Steuersparmodell. Aber nicht immer spielt der Bundesfinanzhof dabei mit.

Die goldenen Zeiten der Steuersparmodelle sind vorbei. Trotzdem suchen Steuerberater mit ihren Mandanten immer wieder nach neuen Hintertürchen, um Einkünfte vor dem Zugriff des Finanzamtes zu bewahren. Auch ein Landwirt probierte das und wurde damit zur Hauptperson in einem aktuellen Streitfall: Er hatte seinen landwirtschaftlichen Betrieb an seine Ehefrau verpachtet und in den Jahren 2005 und 2007 eine Reithalle und eine Mehrzweckhalle errichten lassen, die er an seine Frau vermietete. Auf den Hallen ließ er Photovoltaikanlagen installieren, mit denen er erhebliche Erlöse aus der Einspeisung von Strom ins Netz erzielte.

Um die Steuerlast bei diesen Einkünften zu senken, machte er Gebäudekosten und Verluste aus der Vermietung der Hallen geltend. Das akzeptierte das Finanzamt aber nicht. Es prüfte, ob in beiden Bereichen die Absicht vorlag, Einkünfte zu erzielen und bewertete dabei die Vermietung und die Energieerzeugung getrennt voneinander.

Das hatte gleich einen doppelt negativen Effekt für den Landwirt: Auf der einen Seite strich das Finanzamt die Erlöse aus der Stromeinspeisung, die er in die Überschussprognose bei der Hallenvermietung eingerechnet hatte. Und: Da die Vermietung der Hallen ein dauerhaftes Verlustgeschäft war, stufte das Finanzamt diesen Bereich steuerlich als Liebhaberei ein – denn Verluste aus solchen Geschäften werden nie steuerlich anerkannt.

Auf der anderen Seite akzeptierte das Finanzamt bei Ermittlung der gewerblichen Einkünfte aus dem Betrieb der Solaranlagen nicht die anteiligen Kosten für den Unterhalt der Hallen, denn dafür habe kein nachvollziehbarer Maßstab für die Aufteilung vorgelegen.

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Steuern sparen mit Photovoltaik wird schwierig

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BFH stellt sich auf die Seite des Finanzamts

Kommentare zu " Stromerzeugung: Steuern sparen mit Photovoltaik wird schwierig"

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  • Der Bauer braucht nicht zu jamern, sicherlich räumt er noch tausende von Euros jährlich aus dem EU-Subventionstopf ab.

    Das sind doch größstenteils alles linke Fische die Bauern, aber immer am jammern.

  • Tja, da war der schlaue Bauer wohl doch nicht schlau genug... ;-)

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