Studiengebühren
Kein Steuerbonus für Privatschulen

Studiengebühren für eine private Hochschule können Eltern nicht als Sonderausgaben geltend machen. Der Grund: Die Schule muss allgemeinbildend sein, so ein Finanzgericht. Doch das letzte Wort ist noch nicht gesprochen.

MünsterStudieren ist ein teures Vergnügen: Gerade in den großen Städten kostet es viel Geld, WG-Zimmer und Lebensunterhalt zu finanzieren. Wer dann auch noch Studiengebühren zu zahlen hat, ist über jede Erleichterung in Euro und Cent froh – zum Beispiel, wenn die Eltern die Gebühren für die private Fachhochschule übernehmen.

Allerdings können die Eltern nicht darauf bauen, sich diese Ausgaben über die Steuererklärung gewissermaßen zurückzuholen. Das Finanzgericht Münster hat in einem aktuellen Fall entschieden, dass Gebühren für eine private Fachhochschule nicht zum Sonderausgabenabzug berechtigen (Az.: 4 K 1563/15 E). Ein Vater hatte seiner Tochter aus erster Ehe das Studium finanziert.

Sie hatte nach ihrem Abitur einen Bachelor-Studiengang im Bereich Medien, Public Relations und Unternehmenskommunikation angefangen. Bereits mit Beginn des Studiums machte der Vater die Kosten für die Studiengebühren des Wintersemesters in seiner Steuererklärung anteilig geltend – immerhin ein Betrag von 3555 Euro.

Das Finanzamt lehnte den Sonderausgabenabzug ab – schließlich sei die Fachhochschule keine allgemein- oder berufsbildende Schule. Es handele sich also nicht um Schulgeld, sondern um klassische Studiengebühren. Der Vater vertrat dagegen den Standpunkt, dass auch Hochschulen (Ersatz-)Schulen im Sinne des Gesetzes sein könnten. Außerdem handele es sich bei dem angestrebten Studienabschluss seiner Tochter um einen berufsqualifizierenden Abschluss eines mehrstufigen Studienmodells.

Das Finanzgericht Münster gab aber dem Finanzamt Recht. Ein Steuerpflichtiger könne zwar Ausgaben für eine kostenpflichtige Schule als Sonderausgaben absetzen - bis zu 30 Prozent der Kosten, maximal 5000 Euro im Jahr. Voraussetzung: Der Betreffende erhält für das Kind Kindergeld oder den Kinderfreibetrag.

Allerdings müsse die Schule einen anerkannten allgemeinbildenden oder berufsbildenden Abschluss bieten. Im entschiedenen Fall handele es sich aber um eine – nicht begünstigte – Fachhochschule, die keinen allgemein- oder berufsbildenden Abschluss vermittelt.

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