Tool der Woche
So viel Geld bleibt beim Wechsel in Teilzeit

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Steuerklassen prüfen

In diesem Beispiel bekommt der Arbeitnehmer also 50 Prozent weniger brutto, muss aber netto nur auf 42 Prozent seines früheren Gehalts verzichten. Dieser Effekt entsteht durch die Steuerprogression, denn die Steuerlast steigt nicht linear mit dem Einkommen. Stattdessen gibt es in Deutschland je nach Einkommensklasse unterschiedliche Steuersätze. So sind 2017 die ersten 8.820 Euro des Jahreseinkommens steuerfrei, für das Einkommen zwischen 8.821 und 13.769 werden 14 Prozent Steuern fällig, ab 13.770 Euro sind es 24 Prozent und der Spitzensteuersatz für Einkommen oberhalb von 256.304 Euro liegt bei 45 Prozent.

Wer die Höhe seines neuen Gehalts berechnet und mit dem Chef alles geregelt hat, sollte – sofern er in einer Ehe oder eingetragenen Lebensgemeinschaft lebt – auch noch die bisherigen Lohnsteuerklassen überprüfen. Das gemeinsame monatliche Nettoeinkommen kann gesteigert werden, wenn der Partner mit dem geringen Einkommen die Steuerklasse V wählt und der andere Steuerklasse III. Auf das Jahres-Nettoeinkommen wirkt sich das unterm Strich aber nicht aus. „Wer die Steuerklassen nicht anpasst, kann sich die zu viel gezahlten Steuern auch über die Steuererklärung zurückholen“, erklärt Steuer-Expertin Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler (BdSt). Arbeitnehmer können also frei entscheiden, ob sie lieber jeden Monat mehr Geld auf dem Konto haben möchten oder auf eine Rückzahlung im Zuge der gemeinsamen Steuererklärung warten.

Beachten sollten sie bei der Wahl der Steuerklassen aber, dass Lohnersatzleistungen wie Elterngeld und Arbeitslosengeld auch auf Grundlage des letzten Nettoeinkommens berechnet werden. Wer künftig in Elternzeit gehen möchte oder eine Arbeitslosigkeit befürchtet, sollte besser nicht in die ungünstige Steuerklasse V wechseln. „Für Lohnersatzleistungen spielt es nämlich keine Rolle, aus welchem Grund das monatliche Nettogehalt geringer war“, erklärt Klocke. Letztlich sollte der Steuerklassenwechsel also gut überlegt sein.

Handelsblatt-Finanzkorrespondentin Katharina Schneider.
Katharina Schneider
Handelsblatt / Finanzkorrespondentin

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