Übernachtungs-Pauschale
Hoteliers müssen Frühstücksei voll versteuern

Ein Hotelbetreiber hat eine „Übernachtung mit Frühstück“ mit der ermäßigten Umsatzsteuer berechnet. Das Finanzamt forderte jedoch für das Frühstück den vollen Satz. Der Bundesfinanzhof gab ihm nun recht.
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MünchenHotelbesitzer müssen das Frühstück für ihre Gäste weiterhin mit dem vollen Satz von 19 Prozent Umsatzsteuer und die Übernachtung mit sieben Prozent versteuern. Selbst wenn die „Übernachtung mit Frühstück“ zu einem Pauschalpreis angeboten wird, muss der Umsatz mit Frühstücksei, Brötchen und Kaffee voll versteuert werden, wie der Bundesfinanzhof (BFH) in einem am Mittwoch in München veröffentlichten Urteil entschied. (Az. XI R 3/11)

Im aktuellen Fall hatte ein Hotel ausschließlich „Übernachtungen mit Frühstück“ angeboten. In dem Preis von 45 Euro für das Einzelzimmer war ein Frühstücksbuffet enthalten, das die Betreiber mit acht Euro kalkulierten.

Das Finanzamt forderte von diesen acht Euro den Regelsteuersatz von 19 Prozent. Zu Recht, wie der BFH nun befand, weil „Frühstücksleistungen“ nicht unmittelbar der Vermietung dienen. Dass die Steuerbegünstigung für Übernachtungen nach dem Willen des Gesetzgebers nicht auch das Frühstück umfassen sollte, sei im Gesetzgebungsverfahren ausdrücklich erörtert und beschlossen worden.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • Wir haben einfach zu viele Beamten, die etwas zu tun haben müssen.

  • Wenn Sie das Frühstück in ner Lunchbox mitnehmen, dürften rein theoretisch wiederum nur 7% anfallen... Willkommen bei den Schildbürgern!

  • Tja, leider hat sich die FDP nur verbal für Steuervereinfachungen eingesetzt. Getan haben sie genau das Gegenteil. Aufgrund der Hotelkatastrophe sind sie aber wohl nicht mehr in den BT gekommen. Wie dumm die sind, konnte ich mal erkennen, als ich einen FDP-Politiker fragte, warum der reduzierte MWSt.-Satz auf Hotelübernachtungen eigentlich so katastrophal ist. Der faselte dann was von Neid und so. Als ich ihm erklärte, dass diese Partei aufgrund eines Korruptionsfalls mal eben meine Übernachtungskosten um 12% erhöht hat und zusätzlichen Stress bei der Buchhaltung bedeutet, wenn man noch im Hotel frühstückt, konnte der dies überhaupt nicht verstehen.
    Aber auch die neue Regierung wird sich wohl kaum daran machen, unser irrsinniges Steuersystem zu reformieren. Die 12% Strafsteuer für alle Gastronomen habe ich bisher auch nicht begriffen. Ich bin selber zwar nicht Koch oder anderweitig Gastronom. Dennoch würde ich mich freuen, wenn vielleicht auch mal Journalisten Politiker nach den Gründen für den Steuerirrsinn befragen.

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