Steuern
Unter strenger Kontrolle

Für Geheimniskrämer wird es schwieriger. Der Fiskus verschafft sich immer mehr Einblicke in die Finanzen der Steuerzahler. Geheime Geldflüsse in Deutschland sind ab kommendem Jahr so gut wie unmöglich.

Allein das Ausland entzieht sich noch dem Kontrollnetz der deutschen Finanzbehörden:Depot- und Kontonummern Das mühsame Forschen nach Bankverbindungen, ist für Finanzbeamte von kommendem Jahr an passé. Bequem über ihren Computer im Amt können sie beim Bundesamt für Finanzen (BfF) recherchieren, welche deutschen Konten und Depots ihrer Steuerkunden unterhalten. Bisher erfuhren sie das nur, wenn der Anleger einen Freistellungsauftrag gestellt hatte. Konten- und Depotstände sind beim BfF nicht gespeichert. Diese können die Beamten aber beim Steuerzahler oder seiner Bank erfragen. Der Zugriff wird ab 1. April möglich - pünktlich zum Ende der Steueramnestie.

Kapitalerträge
Anfang 2005 verschicken die Banken an ihre Kunden zum ersten Mal eine ausführliche Aufstellung über alle Kapitalerträge. Sie wird von nun an jährlich über die Erträge des Vorjahrs erstellt. Von Dividenden über Gewinne aus Aktienverkäufen bis zu Zinseinnahmen listen sie alles auf. Die Übersichten gehen nicht automatisch an das Finanzamt. Die Behörde kann sie aber jederzeit einfordern. Entweder vom Kunden, oder direkt von dessen Bank. Ein gewaltiger Schritt nach vorn für die Steuerbeamten, die vor allem Gewinne aus Aktienverkäufen bisher kaum entdeckten. Die Banken hatten die Daten in der Regel nicht parat. Jetzt müssen sie das.

Grosse Geldsummen
Überweisungen im fünfstelligen Bereich und höher bleiben Finanzbeamten nicht länger verborgen. Wer im Vergleich zu seinem Kontostand viel Geld erhält, wird von seinem Banker an die Staatsanwaltschaft und das Finanzamt gemeldet - ohne Wissen des Kunden. Offiziell, um Geldern aus Drogenhandel oder Prostitution auf die Spur zu kommen. Tatsächlich fliegen durch diese Anzeigen aber vor allem Steuersünder auf. Ein ehemaliger Steuerfahnder sagt: "Die Anzeigen sind ein wahrer Fundus für uns."

Ausländische Bankverbindung
Ab 2005 ermöglicht die EU-Zinssteuerrichtlinie den Datenaustausch. Die Schweiz, Luxemburg und Österreich werden weiter keine Namen von Bankkunden preisgeben. Sie erheben stattdessen 15 Prozent Zinssteuer, die 2008 auf 20 Prozent und 2011 auf 35 Prozent steigt. Geld im Ausland ist recht sicher. Problematisch wird der Rücktransfer.

Zoll
Die Einreise mit Schwarzgeld ist riskant. Zollbeamte suchen Schwarzgeldbesitzer, die Geld vom Ausland in die Heimat holen. An den Schweizer Grenzen sind Suchhunde im Einsatz, außerdem gibt es mobile Einsatzgruppen. Stoßen sie auf Bargeld, melden sie direkt ans Finanzamt. Die Steuerfahndung zu Hause lässt dann nicht mehr lange auf sich warten.

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