Unterhalt
Streit um Unterhalt beschäftigt deutsche Gerichte

Unterhalt Kinder finden finanzielle Unterstützung von ihren Eltern toll. Werden die Eltern alt, dreht der Staat den Spieß aber um. Wie viel die Sprösslinge zahlen müssen, beschäftigt die Gerichte.

Status:
Kinder müssen im Rahmen ihrer Möglichkeiten für ihre bedürftigen Eltern aufkommen. Wie weit diese Verpflichtung geht, steht nicht im Gesetz; hier sind die Gerichte gefragt.
Grundsätzlich gilt: Niemand muss so viel zahlen, dass er seinen Lebensstandard spürbar reduzieren müsste. Der nach Abzug des Unterhalts verbleibende Rest, der so genannte Selbstbehalt, muss groß genug sein, um die Vermögensverhältnisse und den "sozialen Rang" der Kinder nicht zu gefährden.
(Bundesgerichtshof, Az.: XII ZR 266/99).

Schwiegersöhne:
In den meisten Ehen verdient der Ehemann deutlich mehr als die Frau. Wurden die Eltern der Frau unterhaltsbedürftig, ließen einige Gerichte das Einkommen des Manns unangetastet. Dies ist vorbei. Die obersten Zivilrichter in Karlsruhe haben ausdrücklich das Gehalt des Schwiegersohns in die Berechnung einbezogen. Verdient etwa die unterhaltspflichtige Gattin rund 1400 Euro brutto, ihr Ehemann jedoch fast 5000 Euro monatlich, so kann die Tochter - auch über den ihr zustehenden Selbstbehalt von 1150 Euro hinaus - zur Kasse gebeten werden. Um den Lebensstandard der Familie zu wahren, muss der gut verdienende Gatte zu Hause eben mehr Geld beisteuern.
(Bundesgerichtshof, Az.: XII ZR 69/01).

Wohnhaus:
Wer im eigenen Heim wohnt, muss nicht befürchten, wegen Unterhaltszahlungen das Dach über dem Kopf zu verlieren. So wies der Bundesgerichtshof eine Gemeinde in die Schranken, die verlangte, dass die Tochter einer Seniorin ihr Eigenheim verkaufe, um mehr für sie zahlen zu können
(Az.: XII ZR 123/00).

Rabeneltern:
Nicht alle Kinder müssen Unterhalt leisten. Haben die Eltern vor Jahrzehnten ihre Erziehungs- und Betreuungspflichten gröblich missachtet, haben sie heute ihre Unterhaltsansprüche verwirkt.
(Az.: Bundesgerichtshof, XII ZR 304/02).

Quelle: Wirtschaftswoche

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