Unternehmensteuerreform
Abgeltungsteuer entlastet Anleger

Das Kabinett hatte am Mittwoch als Teil der Unternehmensteuerreform eine Abgeltungsteuer auf Kapitalerträge beschlossen. Erste Modellrechnungen des Bundesfinanzministeriums gehen von zwei Milliarden Euro Ausfällen für den Fiskus aus.

DÜSSELDORF. Die geplante Abgeltungsteuer auf Kapitalerträge entlastet die Steuerzahler um rund zwei Mrd. Euro pro Jahr. Zu diesem Ergebnis kommen erste Modellrechnungen des Bundesfinanzministeriums, wie das Handelsblatt erfuhr. Lediglich im ersten Jahr nach Einführung dürften sich die Steuerausfälle auf rund 800 Mill. Euro begrenzen.

Das Kabinett hatte am Mittwoch als Teil der Unternehmensteuerreform eine Abgeltungsteuer auf Kapitalerträge beschlossen. Banken sollen diese einbehalten und direkt an das Finanzamt überweisen. 2008 sollen Zinsen, Dividenden und Veräußerungsgewinne mit 30 Prozent belastet werden; 2009 sinkt der Satz auf 25 Prozent. Im Gegenzug wird das Halbeinkünfteverfahren gestrichen - heute sind Dividenden und Spekulationsgewinne aus Aktiengeschäften nur zur Hälfte steuerpflichtig.

Obwohl diese Regelung entfallen soll, werden Dividenden unter dem Strich künftig niedriger besteuert. Grund ist eine deutlich geringere Steuerbelastung des Gewinns auf Unternehmensebene. Sie soll von knapp 40 auf knapp 30 sinken. Einem Steuerzahler, der den Spitzensteuersatz zahlt, verbleiben heute von 100 Euro Unternehmensgewinn rund 47 Euro nach allen Steuern. Bei einem Abgeltungssatz von 30 Prozent wären es 49 Euro, bei 25 Prozent Steuer gut 52 Euro. Verdient er über 250 000 Euro, muss er künftig allerdings noch die Reichensteuer zahlen. Damit steigt der Spitzensteuer für nicht gewerbliche Einkünfte ab 250 000 Euro um drei Punkte auf 45 Prozent.

Details der geplanten Besteuerung von Veräußerungsgewinnen sind allerdings noch offen. Beschlossen ist lediglich, dass solche Gewinne unabhängig von der Haltedauer steuerpflichtig werden. Die Spekulationsfrist von einem Jahr für Wertpapiere und zehn Jahren für Immobilien wird abgeschafft.

Diese Pläne seien bei den aktuellen Berechnungen unberücksichtigt geblieben, hieß es im Ministerium. Mit nennenswerten Einnahmen daraus rechnen die Beamten angesichts volatiler Märke aber ohnehin nicht. Schließlich werde man auch Veräußerungsverluste in irgendeiner Form berücksichtigen müssen.

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