Unternehmer müssen jetzt noch mehr aufpassen
Wettlauf gegen die Steuerfristen

Seit Oktober 2006 kommen auf die Steuerzahler wichtige neue Fristen zu. Wer die versäumt, hat oftmals weit reichende wirtschaftliche Folgen zu tragen. Denn grundsätzlich gilt: Fristversäumnisse können für mittelständische Betriebe, Freiberufler und Existenzgründer teuer werden.

DÜSSELDORF. Unbestritten ist: Erfolgreiches steuerliches Management eines jeden Unternehmens und jedes Steuerzahlers hängt nicht zuletzt von der Befolgung einer Vielzahl von Steuerfristen ab, die in den Steuergesetzen und Regelungen der Finanzverwaltung festgelegt sind. Werden Fristen versäumt, hat das oft eine höhere Steuerfestsetzung durch Schätzungen zur Folge, oder es werden weitere Zahlungen als Zwangsmittel festgesetzt. Hinter diesem trockenen Amtsdeutsch verbergen sich meist horrende wirtschaftliche Belastungen.

Doch damit nicht genug. Die Finanzbehörden haben noch eine Vielzahl weiterer unangenehmer Werkzeuge an der Hand, um die Steueransprüche einzutreiben. Bei Versäumung der Fristen für den Einspruch oder die Klage zum Finanzgericht droht der Verlust der Chancen, dass ein nachteiliger Steuerbescheid noch geändert werden könnte. Wird das Finanzamt nicht, nicht rechtzeitig oder nicht vollständig über Steuersachen informiert, kann es schließlich zu einem Strafverfahren wegen Steuerhinterziehung oder einem Bußgeld wegen einer Steuerordnungswidrigkeit kommen.

Melde- und Erklärungsfristen:
Von der Wiege bis zur Bahre unternehmerischer Tätigkeit sind Melde- und Erklärungsfristen einzuhalten. Da ist zunächst die einmonatige Anzeige- und Meldeverpflichtung an das örtliche Finanzamt bei einer Unternehmensgründung, der Änderung der Rechtsform, der Verlegung der Geschäftsleitung oder des Sitzes und der Auflösung des Unternehmens (Paragrafen 137, 138 Abgabenordnung). Das gilt auch für Freiberufler. Zuständig ist grundsätzlich das Finanzamt, in dessen Bezirk die Geschäftsleitung des Unternehmens liegt, bei Freiberuflern das Wohnsitzfinanzamt.

Ferner müssen alle Steuerpflichtige, die Betriebe oder Betriebsstätten im Ausland gründen oder erwerben, sich an ausländischen Personengesellschaften beteiligen oder nennenswerte (mindestens zehn Prozent) ausländische Kapitalgesellschaftsbeteiligungen erwerben, eine Anzeige auf entsprechendem Vordruck abgeben. Wer solche Auslandssachverhalte nicht anzeigt, macht sich einer Ordnungswidrigkeit schuldig.

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