Urteil des BFH
Das Trinkgeld bleibt steuerfrei

Wenn Kellner Trinkgeld bekommen, ist das ein steuerfreier Zusatzverdienst. Doch was passiert, wenn der Chef die Gelder einsammelt und anschließend verteilt? Ein Urteil des Bundesfinanzhofs dürfte die Angestellten freuen.

MünchenIn vielen Dienstleistungsbranchen spielt das Trinkgeld als finanzielles Zubrot eine große Rolle. Das gilt gerade dann, wenn das Grundgehalt nicht sonderlich hoch ist. Das Prinzip dabei kennt jeder: Insbesondere in der Gastronomie gibt man dem Kellner als zufriedener Kunde in der Regel ein Trinkgeld. Indirekt profitiert dabei auch das Unternehmen, denn zufriedene Kunden kommen gerne wieder.

Diese freiwilligen Trinkgelder sind in voller Höhe steuerfrei. Dieser Steuervorteil ist allerdings an einige Voraussetzungen geknüpft: Das Geld muss sich auf eine Arbeitsleistung beziehen, von einem Dritten kommen und zusätzlich zu dem, was ohnehin zu zahlen ist, gegeben werden.

Der Bundesfinanzhof (BFH) musste nun prüfen, ob auch für Saalassistenten in Spielbanken diese Steuervergünstigung greift. Das Ergebnis: Freiwillige Zahlungen von Spielbankkunden an die Saalassistenten für das Servieren von Speisen und Getränken können steuerfreie Trinkgelder sein (Az.: VI R 37/14).

Der Fall war insofern strittig, als dass die Trinkgelder in der Spielbank täglich erfasst und gesammelt wurden. Laut Tarifvertrag erhielten die Saalassistenten aus diesem Aufkommen monatlich vorab einen pauschalen Anteil von rund 100 Euro. Der Rest wurde nach einem Punktesystem verteilt, das sich nach der Länge der Betriebszugehörigkeit richtete, und mit der monatlichen Lohnabrechnung ausgezahlt. Auch dies war im Tarifvertrag festgelegt. Eine Verteilung nach geleisteten Arbeitsstunden oder erwirtschaftetem Trinkgeldanteil war nicht vorgesehen.

Der betroffene Steuerpflichtige hatte in dem Jahr auf diese Weise knapp 3000 Euro steuerfreies Trinkgeld von seinem Arbeitgeber erhalten. Bei einer Lohnsteuer-Außenprüfung befanden die Beamten jedoch, dass die Beträge zu Unrecht steuerfrei ausgezahlt worden seien. Der Bundesfinanzhof sah dies anders: Die Trinkgelder, die die Besucher der Spielbank an Saalassistenten zahlten, seien eindeutig steuerfrei, da alle entscheidenden Voraussetzungen erfüllt seien.

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Das Trinkgeld bleibt steuerfrei

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Für Selbstständige gelten andere Regeln

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