Urteil des Finanzgerichts Münster
Berufsbetreuer steuerlich kein Freiberufler

Berufsbetreuer müssen, im Vergleich zu Freiberuflern, Gewerbesteuer zahlen, da ihre Tätigkeit nicht unter § 18 des Einkommenssteuergesetzes fällt. Grund für das Urteil ist das Fehlen einer speziellen Ausbildung bei Berufsbetreuern.

HB DÜSSELDORF. Wer sein Geld mit der Betreuung hilfloser Menschen verdient, kann trotzdem nicht auf die Gnade der Justiz hoffen. Wie das Finanzgericht Münster jetzt festgestellt hat, müssen Berufsbetreuer - anders als Freiberufler - Gewerbesteuer zahlen. Begründung: Die Tätigkeit des Berufsbetreuers sei nicht mit der eines gewerbesteuerfreien Freiberufs zu vergleichen.

Das wäre aber notwendig, um in den Genuss des Steuervorteils zu gelangen. Denn den erhält nur, wer einen in § 18 Einkommensteuergesetz aufgeführten Beruf ausübt oder dessen Tätigkeit zumindest mit einem solchen Beruf vergleichbar ist. Das konnten die Finanzrichter bei dem Berufsbetreuer aber nicht erkennen. So sei - anders als bei Anwälten, Ärzten oder Psychologen - für die Betreuung keine besondere Ausbildung erforderlich. Zudem gingen die Betreuer-Kenntnisse nicht in dieselbe Tiefe wie die der "echten" Freiberufler. Die Richter verneinten auch eine Ähnlichkeit zu Testamentsvollstreckern oder Vermögensverwaltern. Beim Betreuer stehe nicht die Vermögensverwaltung im Vordergrund, sondern das Kümmern um rechtliche Angelegenheiten.

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