Urteil
"Haushaltsnah" auch in der Gemeinschaft

Als "haushaltsnahe Dienstleistung" können Putz- und Gartenarbeiten auch abgesetzt werden, wenn eine Eigentümergemeinschaft den Auftrag gegeben hat.

Der Verwalter einer Wohnanlage in Baden-Württemberg engagierte eine Putzfrau und einen Gärtner, um Treppenhaus, Innenhof und die Grünanlagen in Schuss zu halten. Die Kosten teilte er zwischen den Mitgliedern der Gemeinschaft auf. Ein Eigentümer wollte die auf ihn entfallenden 404 Euro als "haushaltsnahe Dienstleistung" von der Steuer absetzen.

Nein, sagte das Finanzamt. Der Abzug sei laut Bundesfinanzministerium (BMF) nur möglich, wenn der Steuerzahler persönlich - und nicht die Gemeinschaft - der Auftraggeber sei.

Das sah das Finanzgericht Baden-Württemberg jedoch anders (13 K 262/04). Die Ermäßigung für haushaltsnahe Dienstleistungen sei auch zu gewähren, wenn die Gemeinschaft der Auftraggeber sei, stellten die Richter klar. Die entgegengesetzte Auffassung, die das BMF im Schreiben vom 1. November 2004 vertrete, habe keine gesetzliche Grundlage. Zudem verstoße sie gegen das Gleichheitsgebot der Verfassung.

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