Urteil zum Steuersparen Die Toilette gehört nicht zum Arbeitszimmer

Um das häusliche Arbeitszimmer gibt es zwischen Steuerzahlern und Finanzämtern viel Streit. Doch wie sieht es mit den Aufwendunegn für Nebenräume wie dem Bad aus? Der Bundesfinanzhof schafft Klarheit.
Deutschlands schnellste Finanzämter
Letzter Platz: Eine anonyme Stadt in Mecklenburg-Vorpommern
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86,6 Tage: So lange dauert es im Schnitt, bis das langsamste Finanzamt Deutschlands eine Steuererklärung bearbeitet hat. Das Portal „Lohnsteuer kompakt“ hat die Bearbeitungszeiten deutscher Finanzämter gemessen und verglichen. Der letzte Platz geht dabei an eine Stadt in Mecklenburg-Vorpommern, die das Portal nicht nennt – wohl, um die betroffenen Mitarbeiter nicht unnötig zu exponieren. Durchschnittlich haben alle deutschen Finanzämter für die Bearbeitung 52,5 Tage benötigt. Bei den schnellsten Beamten ging das allerdings fast doppelt so schnell. Digitalpass-Kunden können sich hier einen Steuer-Ratgeber herunterladen.

Platz 20: Hamburg-Harburg
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Oh du schöne Elbphilharmonie... Milliarden an Steuergeldern benötigt der Stadtstaat Hamburg, um das umstrittene Konzerthaus an der Elbe im Oktober 2016 endlich fertigzustellen. Wohl auch deshalb sind die Beamten dort fix, wenn es darum geht, die Gelder einzusammeln. Im Schnitt benötigte das Finanzamt in Hamburg-Haburg 37 Tage, um eine Steuererklärung zu bearbeiten. Auch die anderen Finanzämter der Hansestadt arbeiten vorbildlich: Im Bundesländervergleich liegt Hamburg mit einer Bearbeitungszeit von durchschnittlich 45 Tagen auf dem ersten Platz.

Platz 19: Bensheim, Außenstelle Fürth (Hessen)
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Leicht schneller geht es in der Fürther Außenstelle des Finanzamts Bensheim. Hier dauerte die Bearbeitung nach Messungen von „Lohnsteuer kompakt“ nur 36,8 Tage. Bensheim ist als einziger hessischer Ort in den Top 20 vertreten – im Ländervergleich landet Hessen mit einer Dauer von 58,1 Tagen auf dem zwölften Platz.

Platz 18: Bad Bentheim (Niedersachsen)
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Bad Bentheim glänzt nicht nur mit der gleichnamigen Burg, sondern auch mit der zügigen Bearbeitung von Steuererklärungen: 36,7 Tage dauerte das im Test. Damit landet das Finanzamt der 15.000-Einwohner-Gemeinde auf dem 18. Platz.

Platz 17: Erkelenz (Nordrhein-Westfalen)
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Am Nordrand der Kölner Bucht, auf halbem Weg zwischen Niederrhein und Niedermaas, liegt Erkelenz in Nordrhein-Westfalen. Bis in das Jahr 2045 hinein müssen hier wegen des nahegelegenen Braunkohletagebaus mehr als 5000 Menschen aus zehn Ortschaften umgesiedelt werden. Weitaus schneller funktioniert die Bearbeitung von Steuererklärungen – nämlich durchschnittlich schon nach 36,6 Tagen.

Platz 17: Schrobenhausen (Bayern)
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Nicht nur mit dem Spargel klappt’s in Schrobenhausen – sondern auch mit den Finanzbeamten. Im Schnitt benötigen die nämlich nur 36,3 Tage, um eine Steuererklärung zu bearbeiten. Im Ranking gibt es dafür Platz 15. Das gilt auch für das Finanzamt in ...

Platz 15: Hamburg-Nord
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... Hamburg-Nord, das ebenfalls 36,3 Tage benötigt. Im Bundesländervergleich ist übrigens das nahegelegene Bremen das Land, in dem die Finanzbeamten Steuererklärungen am langsamsten bearbeiten – nämlich erst nach 80,1 Tagen.

FrankfurtWer es schafft, dass seine Ausgaben für ein häusliches Arbeitszimmer vom Finanzamt anerkannt werden, kann beinahe schon von Glück sprechen. Denn an diesen Steuervorteil knüpft die Finanzverwaltung einige strenge Voraussetzungen. Möchte ein Steuerzahler dann auch noch die Aufwendungen für Nebenräume wie Bad, Küche und Flur anteilig absetzen, ist ihm die Absage des Finanzamts gewiss. Diese Auslegung des Steuerrechts hat nun auch der Bundesfinanzhof (BFH) in einem am Mittwoch veröffentlichen Urteil (Az.: X R 26/13) bestätigt.

„Bei einem steuerrechtlich anzuerkennenden Arbeitszimmer sind Aufwendungen für Nebenräume, die in die häusliche Sphäre eingebunden sind und zu einem nicht unerheblichen Teil privat genutzt werden, nicht als Betriebsausgaben oder Werbungskosten abziehbar“, so die obersten Finanzrichter.

Geklagt hatte eine Steuerzahlerin, die ihr häusliches Arbeitszimmer so gut wie ausschließlich für ihre gewerbliche Tätigkeit nutzte. Die Aufwendungen für dieses Zimmer erkannte das Finanzamt als Betriebsausgaben an. Die hälftigen Kosten für die auch privat genutzten Nebenräume wollte das Amt aber nicht berücksichtigen. Dies bestätigte der BFH, da er bereits im Juli 2015 entschieden hatte, dass die Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer, das nicht nahezu ausschließlich betrieblich oder beruflich genutzt wird („gemischt genutztes Arbeitszimmer“) steuerlich nicht zu berücksichtigen sind (Az.: GrS 1/14).

Daran knüpften die Richter auch in Bezug auf die Nebenräume an. Die Nutzungsvoraussetzungen seien individuell für jeden Raum zu prüfen. „Eine zumindest nicht unerhebliche private Mitnutzung derartiger Räume ist daher abzugsschädlich“, so das Ergebnis.

Grundsätzlich gilt für die Absetzbarkeit eines häuslichen Arbeitszimmers: Arbeitnehmer müssen nachweisen, dass ihnen für ihre Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht – das betrifft zum Beispiel häufig Lehrer oder Außendienstmitarbeiter. Bei diesem Nachweis können sie Kosten bis zu 1250 Euro pro Jahr geltend machen. Diese Obergrenze gilt nur dann nicht, wenn das Arbeitszimmer nachweislich den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen oder beruflichen Tätigkeit bildet: Dann können die Kosten in unbegrenzter Höhe in der Steuererklärung angegeben werden.

Wer beispielsweise in seiner 100-Quadratmeter-Wohnung ein zehn Quadratmeter großes Arbeitszimmer hat, kann zehn Prozent der Miete oder der Finanzierungskosten für den Immobilienkredit ansetzen sowie auch die anteiligen Kosten für Heizung, Strom und andere Ausgaben. Auch an die Einrichtung des Raums stellt der Fiskus bestimmte Ansprüche: Das Arbeitszimmer sollte wie ein Büro eingerichtet sein - mit Stuhl und Schreibtisch.

Um das Arbeitszimmer gibt es immer wieder Streit. Im Januar hatte der Bundesfinanzhof entschieden, dass ein nur zeitweise für die Arbeit genutzter Raum steuerlich nicht anerkannt wird (Az.: GrS 1/14). Auch eine Arbeitsecke in einem Raum, der ansonsten privaten Zwecken dient, wird nicht akzeptiert.

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