Urteile
Wie Filmfonds sich als Steuerfallen erweisen

Immer wieder stolpern Anleger über die Steuerfallen, die in Filmfonds locken. Investitionen sind oft nicht in dem Maße steuerlich absetzbar wie erhofft. Doch in einem Fall konnte der Anleger den Schaden weiterreichen.

Das Oberlandesgericht Koblenz hat ein wichtiges Urteil für gescheiterte Steuersparer gefällt. Die Richter verdonnerten eine Sparkasse zu Schadensersatz, weil sie einem steuersparwilligen Anleger 2003 den Filmfonds Mediastream IV des Anbieters Ideenkapital empfohlen hatte. Doch die Ersparnis fiel deutlich niedriger aus als versprochen: Statt 130 durfte der Anleger nur ganze zehn Prozent seiner Investition als Verlust geltend machen und von anderen Einkünften abziehen. Auf dieses Risiko hätte der Bankberater den Kunden hinweisen müssen, stellten die Richter klar. Da der Fonds ein neues Konzept verfolgte, habe es noch keine Erfahrungen mit der steuerlichen Behandlung gegeben. Der Haken: Mediastream IV hat Filme wie "I Robot" mit Will Smith lediglich vermarktet und nicht selbst produziert. Der Fiskus entschied: Anders als Produktionskosten dürften die Ausgaben für Vermarktungsrechte nicht auf einen Schlag abgeschrieben werden.

Ärger um die Ausgaben gibt es auch bei den VIP-Fonds Drei und Vier, den 12 000 Anlegern drohen Steuernachzahlungen von insgesamt 275 Millionen Euro. Rund 80 Prozent des eingezahlten Geldes sollen die Fondsinitiatoren nicht in Filmproduktionen gesteckt, sondern zur Absicherung von Garantien wie Festgeld angelegt haben. Deshalb seien die Produktionskosten - und damit auch die steuerlichen Verluste der Anleger - in Wahrheit deutlich niedriger. Anfang nächsten Jahres soll der Steuerstrafprozess gegen den VIP-Chef Andreas Schmid beginnen. Der Filmfinancier sitzt seit mehr als einem Jahr in Untersuchungshaft.

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