US-Steuerbehörde
Honorare für Denunzianten

Die US-Steuerbehörde lockt Tippgeber mit einer zentralen Hotline und saftigen Informantenhonoraren.

Wer in Amerika die 800 829 0433 wählt, braucht keine Telefongebühren zahlen, um anonym oder mit wahrem Namen die unversteuerten Nebeneinkünfte des Nachbarn, den illegalen Buchhaltungstrick des Arbeitgebers oder das geheime Konto des Ex-Ehemanns auf den Cayman Islands zu melden. Und das schon seit Jahrzehnten. Der Unterschied zu den Hotlines anderer angelsächsischer Länder: Die Tippgeber können eine Belohnung kassieren.

Lange scheint die Quelle trotzdem nicht besonders ergiebig gewesen zu sein. Zwar führt die US-Steuerbehörde Internal Revenue Service (IRS), zumindest offiziell, keine Statistik über die Zahl der Anrufe und verfolgt auch nicht, was aus ihnen wird. Doch als der Generalinspekteur - eine Art Kontrolleur von Regierungsbehörden - die Hotline 2003 unter die Lupe nahm, trudelten binnen einer Woche 1312 Hinweise ein. Davon gingen nur 225 an die Fahnder vor Ort, und ganze 140 Tipps erfüllten das Kriterium für eine nähere Untersuchung: mindestens 50 000 Dollar unversteuerte Einkünfte.

Die Hotline sei somit "keine effektive Quelle" für die Verfolgung von Steuervergehen, hieß es im Bericht des Generalinspekteurs. Er monierte, dass Fahnder den Hinweisen von Hotline-Anrufern offenbar eher widerwillig nachgehen und dadurch erhebliches Potenzial verschenken. "Die Hinweise, die über die Hotline kommen, legen signifikante Betrugsanschuldigungen offen, deshalb sollte ihr eine vergleichbare Berücksichtigung zuteil werden wie anderen Quellen", lautete seine Schlussfolgerung.

Ein großes Hindernis scheint die Anonymität der Tippgeber zu sein. Außerdem knauserte die Steuerbehörde in der Vergangenheit mit den Belohnungen. Rund 256 000 Nutzer der Hotline erhoben zwischen 1967 und 2005 einen Honoraranspruch, nur knapp acht Prozent davon mit Erfolg. Sie erhielten im Schnitt lediglich etwa drei Prozent des Betrages, den die Steuerbehörden dank ihrer Hinweise eintreiben konnten. Es lag komplett im Ermessen des IRS, eine Belohnung auszuzahlen, die maximal 15 Prozent des eingetriebenen Betrags ausmachen durfte. Früher.

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