Verbraucher & Service
Große Käufe besser nicht länger aufschieben

Wer größere Anschaffungen wie Möbel, eine neue Heizung oder ein Auto plant, sollte möglichst noch im Sommer in die Gänge kommen. Abwarten bis zum Herbst oder Winter kann bares Geld kosten. An der Preisschraube wird nämlich schon kräftig gedreht:

HB NÜRNBERG. Zwar wird die Mehrwertsteuer per Gesetz erst zum 1. Januar 2007 von 16 auf 19 Prozent erhöht. Industrie und Handel seien zum Teil aber jetzt schon dabei, die Preise schleichend anzupassen, berichtet Konsumforscher Wolfgang Twardawa vom GfK-Marktforschungsinstitut in Nürnberg.

Nicht zuletzt auch aus Furcht vor Umsatzeinbrüchen: "Ein Preisschock zu Beginn nächsten Jahres muss unbedingt vermieden werden, sonst verweigern sich die Konsumenten", erläutert der Experte. Bei Waren des Versandhandels oder auch beim neuen Handy-Vertrag sei der Steueraufschlag schon längst enthalten.

Unternehmensberatungen hätten bereits im Frühjahr dem Handel ans Herz gelegt, möglichst ab Juni mit einer Preisumstellung zu beginnen. Anhebungen auf einen Schlag seien nicht durchsetzbar. Das hätten die Erfahrungen bei der Euro-Umstellung gezeigt.

Für Verbraucher mit klaren Kaufvorstellungen heißt das: Möglichst bald den Markt sondieren, Preise und Qualität vergleichen und dann zuschlagen.

Beim Autokauf für 20.000 Euro käme 2007 immerhin ein Mehrwertsteueraufschlag von 600 Euro drauf. Billiger als jetzt dürfte es in der zweiten Hälfte dieses Jahres kaum werden, so die Erwartungen Twardawas.

Rabatt- und Sonderaktionen seien erst wieder im Januar zu erwarten. "Dann wollen alle zeigen, dass sich gar nichts verteuert hat", meint auch Christian Fronczak vom Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv).

Von "Hamsterkäufen jenseits des Bedarfs" rät er jedoch ab. Nicht jeder Händler werde die Verteuerung voll an den Kunden weitergeben können. Der Konkurrenzdruck sei häufig zu groß. "Billige Jeans für 19,99 Euro wird es auch in Zukunft geben, dafür werden die Marken-Jeans teurer", sagt Marktforscher Twardawa.

Von einer Verschuldung wegen vorgezogener Einkäufe rät die Verbraucherzentrale Sachsen dringend ab. Ein Kauf auf Kredit komme letztendlich deutlich teurer zu stehen als eine Steuer- oder Preiserhöhung im nächsten Jahr.

Seite 1:

Große Käufe besser nicht länger aufschieben

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%