Verdächtige Web-Auktionen: Auf Patrouille im Netz

Verdächtige Web-Auktionen
Auf Patrouille im Netz

Die unscheinbare graue Box kostet samt Inhalt mindestens 4 000 Euro. Sie ist vielleicht zwanzig mal dreißig Zentimeter klein und sieht nicht spektakulärer aus als eine überdimensionierte Butterdose. Vorsichtig öffnet Steuerfahnder Michael Felber von der Oberfinanzdirektion Chemnitz die Kiste, drinnen steckt ein mobiler Computer. Sachte streicht Felber mit der Hand über die integrierte Tastatur, fährt die Maschine hoch und erzählt, was der Computer alles kann. "Mobiler Sicherungs-PC" heißt das Gerät finanzamtsintern und in bestem Beamtendeutsch, es ist die neueste Wunderwaffe des sächsischen Fiskus für die Fahndung nach Steuerhinterziehern.

HB CHEMNITZ. Das Gerät, für viele Hundert Euro umgerüstet und den speziellen Bedürfnissen der Ermittler angepasst, kann Zugangssicherungen wie Passwörter spielend leicht umgehen. Und es ist in der Lage, von allen gängigen Festplattentypen originalgetreue Abbilder zu ziehen - alles Funktionen, auf die die Finanzverwaltung bis vor kurzem noch verzichten musste.

"Wenn wir eine größere Firma oder gar ein ganzes Geflecht wie bei vielen Umsatzsteuerdelikten unter die Lupe nehmen, dann kommen schnell an die 20 000 elektronische Dokumente zusammen, die wir auswerten müssen", berichtet Christian Holzhey, oberster Fahnder in Chemnitz. Und genau dafür hat sich die Steuerverwaltung jetzt auch noch eine neue Software angeschafft, die wie eine Suchmaschine funktioniert. Binnen Sekunden können so Tausende von Dateien auf Begriffe wie etwa "Rechnung" durchgesehen werden.

Das Programm der US-Firma Convera, die auch schon das FBI und den CIA ausrüstete, findet dann sogar auch alle ähnlich lautenden Formulierungen, beispielsweise: "Wir berechnen ihnen ..." Die Steuerfahnder in Chemnitz sprechen von "unglaublichen Fortschritten für die eigene Arbeit" - oder wie es Fahnder Felber sagt: "Schneller, gründlicher - kurz: viel effizienter".

Die Investitionen der sächsischen Finanzverwaltung in neue High-Tech-Kollegen sind kein Einzelfall. Überall im Land schließen die Ermittler ihre elektronischen Lücken. So sind seit einigen Monaten bundesweit schon mehr als 14 000 Betriebsprüfer mit der neuen "IDEA"-Software ausgestattet, einem Programm, welches es den Finanzbeamten gestattet, das elektronisch erstellte Rechnungswesen in Unternehmen rasch und vollständig abzugleichen.

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