Verjährungsfristen machen eine Selbstanzeige oft überflüssig
Steuersünder haben noch eine Chance

Steuerzahler, die nach der jüngsten Großrazzia der Steuerfahnder bei deutschen Lebensversicherungen befürchten, ins Visier zu geraten, können noch handeln, sagen Steueranwälte. Denn auch nach Ablauf der Steueramnestie zum 31. März ist in den meisten Fällen noch eine Selbstanzeige möglich.

DÜSSELDORF. Doch zuvor sollten Anleger prüfen, ob sie überhaupt betroffen sind. In Frage kommen nur Verträge, in die unversteuertes, zuvor im Ausland geparktes Geld geflossen ist. Selbst wenn es so gewesen ist, könnte die Sache schon verjährt sein, schätzen Experten.

Etwa 20 000 Datensätze von Lebensversicherungen werten Steuerfahnder derzeit auf mögliche Steuerhinterziehung aus. Sie suchen nach Fällen, in denen Bürger im Ausland unversteuert angelegtes Geld über die Soforteinzahlung in eine Police wieder nach Deutschland gebracht haben. Geprüft wird derzeit vor allem bei der Allianz und ihrer Tochter Dresdner Bank, aber auch bei der Hamburg-Mannheimer, der Deutschen Herold und der Axa.

Unter der Lupe haben die Fahnder so genannte "5+7" Verträge, die es dem Sparer ermöglichen, größere Summen sofort einzuzahlen. Nach ersten Schätzungen sind Anlegergelder von einer Milliarde Euro betroffen. Dabei dürften Steuern in Höhe von 300 Mill. Euro hinterzogen worden sein.

Doch eine Großzahl typischer Steuerflucht-Fälle ist möglicherweise nicht betroffen. "Wer jetzt eine Selbstanzeige erwägt, sollte auf jeden Fall erst einmal die Verjährungsfristen prüfen", sagt Steueranwalt Thomas Ditges aus Bonn. Eine unbeglichene Steuerschuld hat sich nach zehn Jahren verjährt, strafrechtlich ist ein Steuerflüchtling nur bis zu fünf Jahre nach der Tat zu belangen.

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