Vermietung an Verwandte: Steuerfalle „Naturalunterhalt“

Vermietung an Verwandte
Steuerfalle „Naturalunterhalt“

Wer eine Wohnung an Verwandte vermietet, darf bei der Miete nicht zu großzügig sein. Auch Barzahlungen sind keine gute Idee. Das erfuhren Eltern, die den Unterhalt an ihre Tochter mit deren Mietzahlungen verrechneten.

DüsseldorfEine Wohnung zu finden ist schwierig, zumal in den großen Städten. Und teuer ist die Miete zurzeit allemal. Warum also nicht davon profitieren, wenn Eltern oder andere Verwandte ihre Wohnung vermieten möchten? Dieses unerwartete Geschenk könnte aber für die Beteiligten zum steuerlichen Bumerang werden. Denn grundsätzlich gilt: Jeder Vertrag zwischen Angehörigen muss genauso ausfallen wie ein Vertrag unter Fremden.

Wer die Kosten für seine Eigentumswohnung steuerlich geltend machen will, muss damit rechnen, dass das Finanzamt einen so genannten Fremdvergleich vornimmt. Von der Miete über einen ordentlichen Vertrag bis hin zur Einhaltung desselben schaut die Behörde genau hin. Barzahlungen oder Aufrechnungen mit anderen Geldzuwendungen sollten Angehörige möglichst vermeiden.

Diese Erfahrung machten auch Eltern, die ihrer Tochter eine kleine Wohnung in ihrem Zweifamilienhaus überließen. Die Eltern gaben in ihrer Steuererklärung die Mieteinnahmen für die größere Wohnung an sowie Werbungskosten für die Immobilie. Daraus ergab sich ein Verlust von rund 10.000 Euro. Das Finanzamt ließ die Werbungskosten nur anteilig zu und erkannte das Mietverhältnis zwischen Tochter und Eltern nicht an. Die Eltern hatten angegeben, die Miete mit dem Barunterhalt verrechnet zu haben.

Auch das Finanzgericht Düsseldorf vertrat den Standpunkt, dass zwischen den Beteiligten kein steuerlich anzuerkennendes Mietverhältnis bestand (Az.: 7 K 1077/14 E). Die Überlassung der Wohnung stelle keine Nutzungsüberlassung gegen Geld dar, sondern sei als Naturalunterhalt zu werten. Außerdem halte der Mietvertrag dem Fremdvergleich nicht stand.

So sei vereinbart gewesen, dass die Tochter jeden Monat die Miete auf ein Konto ihrer Eltern überweisen sollte. Tatsächlich sei aber zu keiner Zeit Geld von einem Konto der Tochter auf das Konto der Eltern geflossen.

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