Vermietungsverluste
Mieteinkünfte zu üblichen Konditionen sind absetzbar

Streit zwischen Steuerpflichtigen und Finanzämtern entsteht immer wieder bei Vermietungen an Verwandte oder Freunde, wenn es um die steuerliche Geltendmachung von Aufwänden geht. Der oft gegebene Rat, Verträge zu üblichen Konditionen abzuschließen, erweist sich meist als gute Lösung, wie ein aktuelles Urteil zeigt.

Ein Arzt kaufte 1995 ein Strandcafé und baute es zu einem Luxus-Wohnhaus um. Ab 1997 vermietete er einige Zimmer darin an seine Freundin. Als er die Vermietungsverluste, die durch die teure Sanierung entstanden waren, in der Steuererklärung von seinen übrigen Einkünften abziehen wollte, stellte sich das Finanzamt quer. Es handele sich um ein "fingiertes Mietverhältnis", da die Frau sich die Miete von ihrem Gehalt als Angestellte in der Praxis ihres Lebenspartners gar nicht leisten könne. Zudem habe der Mann immer wieder selbst in den angeblich vermieteten Räumen übernachtet.

Doch das Finanzgericht Sachsen-Anhalt entschied: Die Verluste von 280 000 Euro in den Jahren 1995 bis 1997 seien steuerlich absetzbar (1 K 2337/04). Dass die Mieterin die Freundin des Klägers war, sei egal. Schließlich halte der mit ihr geschlossene Mietvertrag dem Vergleich mit einem Vertrag unter Fremden stand. Ebenso wenig schädlich sei, dass der Mann gelegentlich in den Räumen übernachtete und dort einige Fachbücher aufbewahrte. All das reiche keineswegs aus, um ein fingiertes Mietverhältnis zu unterstellen.

Quelle: Wirtschaftswoche, Nr. 36 vom 3.9.2007

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