Verschärfung
Dienstwagen: Neue Vorgaben fürs Fahrtenbuch

Der ertragsteuerlichen Erfassung einer privaten Mitbenutzung betrieblicher Fahrzeuge nach der "Ein-Prozent-Regel" können betroffene Unternehmer, Freiberufler und Arbeitnehmer nur durch ein fortlaufend und zeitnah geführtes Fahrtenbuch entgehen. Zu deren Nachteil hat der Bundesfinanzhof (BFH) kürzlich in zwei parallel laufenden Verfahren die Anforderungen an ein ordnungsgemäßes Fahrtenbuch deutlich verschärft.

So reichen lose Notizzettel nach dem Urteil vom 9. November 2005 (- VI R 27/05 -) künftig keinesfalls mehr aus. Zur Verhinderung nachträglicher Manipulationen verlangt das oberste Finanzgericht eine geschlossene Form der Aufzeichnungen, die Abänderungen, Streichungen oder Ergänzungen kenntlich macht. Diese Voraussetzungen erfüllt lediglich ein gebundener Nachweis in Buchform. Mit einer ähnlichen Begründung verneinte der BFH ferner die Ordnungsmäßigkeit von Ausdrucken aus Tabellenkalkulationsprogrammen (Urteil vom 16. November 2005 (- VI R 64/04 -). Wie bei der Mehrzahl der gängigen elektronischen Fahrtenbücher derzeit noch möglich, konnten im Streitfall am bereits eingegebenen Datenbestand nachträgliche Veränderungen vorgenommen werden, ohne deren Reichweite in der Datei selbst zu dokumentieren.

Auch mit dem gesetzlich nie definierten Begriff Fahrtenbuch hat sich der BFH befasst und im Urteil vom 16. März 2006 (- VI R 87/04 -) folgende Inhalte vorgegeben:

- Ein ordnungsgemäßes Fahrtenbuch muss bei beruflichen Reisen grundsätzlich Angaben zum Datum, zum Reiseziel, zum aufgesuchten Kunden oder Geschäftspartner bzw. zum Gegenstand der dienstlichen Verrichtung und zum bei Abschluss der Fahrt erreichten Gesamtkilometerstand des Fahrzeugs enthalten.

- Mehrere Teilabschnitte einer einheitlichen beruflichen Reise können miteinander zu einer zusammenfassenden Eintragung verbunden werden, wenn die einzelnen aufgesuchten Kunden oder Geschäftspartner im Fahrtenbuch in der zeitlichen Reihenfolge aufgeführt werden.

- Der Übergang von der beruflichen Nutzung zur privaten Nutzung des Fahrzeugs ist im Fahrtenbuch durch Angabe des bei Abschluss der beruflichen Fahrt erreichten Gesamtkilometerstands zu dokumentieren.

- Die erforderlichen Angaben müssen sich dem Fahrtenbuch selbst entnehmen lassen. Ein Verweis auf ergänzende Unterlagen - wie beispielsweise Aufschlüsselung von Kürzeln für häufiger aufgesuchte Fahrziele und Kunden auf einem Erläuterungsblatt - ist nur zulässig, wenn der geschlossene Charakter der Fahrtenbuchaufzeichnungen dadurch nicht beeinträchtigt wird.

Quelle: Creditreform 11/2006

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%