Wegen Steuerschlupfloch
Scheidungsrate in Peking steigt

Paare in Peking können wohl durch eine Trennung eine 20-prozentige Steuer auf Immobilienverkäufe umgehen. Nun haben sich schon 41 Prozent mehr Paare getrennt als im Vorjahr.
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PekingEin neues Steuergesetz ist offenbar der Auslöser für eine ungewöhnlich hohe Scheidungsrate in Peking. Wie die staatliche chinesische Jugendtageszeitung am Dienstag meldete, ging die Zahl der Scheidungen in der Hauptstadt dieses Jahr drastisch in die Höhe, weil viele Paare eine neue Vermögensteuer umgehen wollen. Sie nutzen demnach ein Schlupfloch in dem neuen Steuergesetz, das Paare, die vor der Scheidung stehen, von einer 20-prozentigen Steuer auf Immobilienverkäufe ausnimmt.

Dem Bericht zufolge ließen sich seit Jahresbeginn 40.000 Paare in Peking scheiden, 41 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum und "weit mehr" als in den vorausgehenden vier Jahren. Das zu Beginn des Jahres erlassene und für ganz China geltende Gesetz sieht vor, dass Eigentümer beim Verkauf ihrer Immobilie 20 Prozent Steuern auf den Gewinn zahlen müssen statt wie zuvor ein oder zwei Prozent. Paare mit zwei Immobilien, die sich scheiden lassen, können dies durch ein Schlupfloch im Gesetz umgehen, indem jeder eine der beiden Immobilien überschrieben bekommt. So können sie mindestens eines der beiden Häuser steuerfrei verkaufen - und anschließend erneut heiraten.

Die Immobilienpreise sind in China in den vergangenen Jahren in die Höhe geschossen. Große Teile der Bevölkerung haben daher gar keine Möglichkeit, Wohneigentum zu erwerben. Die Steuer auf Immobilienverkäufe ist eine von mehreren Maßnahmen der chinesischen Regierung, um die Preisexplosion auf dem Immobilienmarkt zu stoppen. Dazu gehören auch Beschränkungen beim Erwerb einer zweiten oder dritten Immobilie durch Privatleute und die Erhöhung der Mindestsummen für die Abzahlung von Krediten.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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