Werbungskosten
Diese Tricks bei GbR-Mietverträgen gehen zu weit

Ein gemeinsames Gebäude, zahlreiche gegenseitige Mietverträge – das riecht für Finanzämter schnell nach Gestaltungsmissbrauch. Und beim Abzug von Werbungskosten verstehen die Beamten gar keinen Spaß.
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DüsseldorfWenn sich zwei Partner zusammenschließen, um gemeinsam ein Grundstück mit Gebäuden zu kaufen und zu nutzen, ist eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) die naheliegende Rechtsform. Darüber können Rechte und Pflichten sowie die steuerlichen Angelegenheiten geregelt werden. Dass die Beteiligten dabei alle Möglichkeiten nutzen, um Steuern zu sparen, ist ebenfalls naheliegend. Dabei sollten sie aber nicht übers Ziel hinaus schießen. Das zeigt ein aktuelles Urteil des Bundesfinanzhofs.

In dem Streitfall hatten die zwei Partner A und B eine GbR gegründet, deren Gegenstand der Erwerb und die Nutzung eines Grundstücks mit Haupt- und Nebengebäuden ist. A hat einen Anteil von 40 Prozent an der Gesellschaft, B einen Anteil von 60 Prozent. Mit dem Ziel, möglichst viel an Werbungskosten absetzen zu können, entwickelten beide ein ausgefeiltes System zur Vermietung der Räume untereinander.

So vermietete A die ihm gehörende Einliegerwohnung im Jahr 1994 an B. Allerdings konnte B die Räume erst nach einem Ausbau im Jahr 1997 beziehen. A hatte zuvor den Ausbau nach den Wünschen seines Partners finanziert.

B wiederum vermietete die ihm zustehende Hauptwohnung seit 1993 an die Lebensgefährtin von A und A zahlte die Miete. Damit aber noch nicht genug. B vermietete ferner seine Garage, einen Lagerraum und Nutzräume ebenfalls an die Lebensgefährtin von A. Der wiederum vermietete an seine Lebensgefährtin ein ihm zugewiesenes Nebengebäude zur Nutzung als Stallungen und Lager sowie eine Garage an seinen Partner.


Diese Überkreuzvermietungsverhältnisse gingen dem Finanzamt zu weit. Es berücksichtigte daher die von der GbR geltend gemachten negativen Einkünfte aus den Vermietungen nur in Höhe des Teils, der den Gesellschaftern anteilsgemäß zustand. Die Vermietung der Stallungen von A an seine Lebensgefährtin erkannte das Finanzamt nicht an, da es sich um Eigennutzung des A handle. Bei der Vermietung der Garage von A an B fehle darüber hinaus die Überschusserzielungsabsicht. Dieser Argumentation folgte das Finanzgericht, nachdem die beiden Partner geklagt hatten.

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