Werbungskosten
Zinsen oft als Aufwand absetzbar

Zinsen für einen Kredit, der einem Aktienkauf dient, können unter Umständen abgesetzt werden, auch wenn die Aktien keine Dividenden abwerfen.

Ein Vorstand kaufte im Jahr 2000 vor dem Börsengang seines Unternehmens 150 000 Aktien für drei Millionen Mark (1,53 Millionen Euro). Den Deal finanzierte er mit einem Kredit. 2000 und 2001 überwies er seiner Bank 195 000 Mark reguläre Zinsen sowie eine Zinsvorauszahlung (Disagio) von 333 333 Mark. Diese Ausgaben wollte er als Werbungskosten von seinem Gehalt abziehen und so die Steuerlast mindern.

Begründung: Der Aktienkauf habe Einkünften in Form von Dividenden gedient. Das Unternehmen schüttete jedoch nichts aus, darum sprach ihm das Finanzamt die nötige Absicht ab, aus dem Kauf Einkünfte zu erzielen.

So nicht, entschied jetzt das Finanzgericht Düsseldorf (15 K 5087/03). Der Abzug der Zinsen dürfe nur verweigert werden, wenn der Vorstand wegen der schlechten Situation der Gesellschaft gar nicht mit Dividenden rechnen konnte. Dafür gebe es keinen Beweis. Allerdings dürften die 2001 gezahlten Zinsen nur zur Hälfte abgezogen werden, da seitdem Dividenden nur zur Hälfte steuerpflichtig sind.

Quelle: Wirtschaftswoche Nr. 50 vom 08.12.2005

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