Wichtige Regelungen
Mit dem Arbeitsvertrag Steuern sparen

Wer einen guten Arbeitsvertrag ausgehandelt hat, mag sich über Gehalt und soziale Leistungen freuen. Die richtigen Klauseln einzubauen kann jedoch noch einiges mehr bringen. Zum Beispiel Rückzahlungen vom Fiskus.

li DÜSSELDORF. Je nach Deal gibt es vom Finanzamt noch ein Sahnehäubchen obendrauf. Dabei gilt stets: Von vornherein festgelegte Bestimmungen wirken gegenüber dem Fiskus viel besser als nachträglich vorgelegte Bescheinigungen. Denen misstrauen die Finanzbehörden.

Stichwort Arbeitszimmer: Das Finanzgericht Köln hat jetzt entschieden, dass ein höher qualifizierter Arbeitnehmer, der zu Weiterbildungszwecken Kosten für sein Arbeitszimmer geltend machen wollte, über ganz ausdrückliche Regelungen im Arbeitsvertrag verfügen muss: Das Gericht verlangt, dass die Verpflichtung zur Fortbildung und deren Notwendigkeit für den Beruf ausdrücklich im Vertrag stehen - ebenso wie das Verbot, diese Fortbildung am Arbeitsplatz zu betreiben (Az.: 10 K 1129/02). Anderenfalls wäre es für Angestellte mit Bürotätigkeiten gegenüber einfachen anderen Arbeitnehmern zu leicht, ihr Arbeitszimmer durch Gefälligkeitsbescheinigungen des Arbeitgebers durchzubringen. Wer in seinen Vertrag eine entsprechende Regelung einbaut, kann einiges sparen. Jedenfalls im Jahr 2006 ist es noch möglich, bis zu 1 250 Euro jährlich an Aufwand abzusetzen, wenn für die betriebliche oder berufliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht.

Stichwort Auslagenersatz: Nach § 3 Nr. 50 des Einkommensteuergesetzes können Arbeitgeber ihren Mitarbeitern steuerfrei Auslagen erstatten. In einem Streitfall vor dem Thüringer Finanzgericht schaffte es so eine GmbH, den bei ihr angestellten Orchestermusikern die kompletten Reparatur- und Wartungskosten für die Musikinstrumente steuerfrei zu ersetzen (Az.: II 57/02). Dies setze aber - so die Thüringer Finanzrichter - einen arbeitsrechtlichen Erstattungsanspruch des Arbeitnehmers voraus. Daher empfiehlt es sich, den Ersatz von ganz bestimmten Auslagen durch den Arbeitgeber im Vertrag zu vereinbaren, um Auseinandersetzungen mit dem Finanzamt zu vermeiden.

Stichwort Kindergeld: Für alle Eltern, die einen Kindergeldanspruch für ihr noch nicht 27-jähriges Kind behalten möchten, obwohl das Kind zu arbeiten begonnen hat, dürfte eine Entscheidung des Finanzgerichts Nürnberg wichtig sein. Danach handelt es sich noch um eine zum Kindergeldbezug berechtigende "Ausbildungszeit", wenn im Arbeitsvertrag zu Anfang die Berufsausbildung eindeutig im Vordergrund steht und die eigentliche bezahlte Berufsausübungsphase tatsächlich erst danach beginnt (Az. IV 153/2004).

Auch dieser Streitfall belegt, wie wichtig vernünftige Regelungen im Arbeitsvertrag sind. Der Vertrag der Tochter war in puncto "Ausbildungszeit" zu schwammig, so dass das Gericht noch Beweise über die Ausbildungsphase erheben musste. Erst dann gewährte es das Kindergeld weiter.

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