Wichtige Wochen für Steuerzahler
Warum Immobilieneigentümer jetzt handeln sollten

Wer irgendwann ein Haus erben wird, dessen Freude dürfte getrübt sein, sobald es an die Erbschaftsteuer geht. Denn das Verfassungsgericht will "zwischen Dezember und Februar" grundsätzlich über die Frage entscheiden, mit welchem Wert Immobilien angesetzt werden müssen.

Bisher gilt die komfortable Variante: Im Schnitt müssen nur 60 Prozent des Marktwertes versteuert werden. Wer Wertpapiere oder Sparkonten erbt, kann davon nur träumen - hier gelten die vollen, wahren Werte auch für den Fiskus. "Es ist absehbar, dass die Richter diese Ungleichheit für verfassungswidrig erklären", sagt Klaus Fella, Steueranwalt bei der Kanzlei FSR in Erlangen.

Und ist das Urteil erst einmal gefällt, kann es schnell gehen. Die Bundesregierung könnte die Steuerregeln rückwirkend zum Tag der Urteilsverkündung ändern, das wäre verfassungsrechtlich kein Problem. Schlimmstenfalls fällt der Steuervorteil der Immobilien dann komplett weg. Vererbt eine Mutter ein Mehrfamilienhaus im Wert von 750 000 Euro an ihre beiden Kinder, müssten diese dann je 18 700 Euro Steuern zahlen - derzeit wären es nur 1 400 Euro pro Person (siehe Grafik).

"Nur mit einer schnellen Schenkung lassen sich die günstigen Konditionen noch sichern", rät Fella. Dafür ist es allerhöchste Eisenbahn. Denn als übertragen gilt eine Immobilie erst, wenn der Notar das beurkundet hat. Und gerade zum Jahresende dürfte es in dessen Terminkalender eng werden, warnen bereits die Notarkammern.

In vielen Fällen ein sinnvoller erster Schritt: Das Haus zur Hälfte dem Ehepartner schenken, das kostet ihn keine Steuer. Der Clou: Wenn Mama und Papa danach jeweils ihre Haushälfte dem Kind übertragen, darf es für beide Teilgeschenke den vollen Freibetrag von 205 000 Euro in Anspruch nehmen, zusammen also 410 000 Euro.

War die Immobilie als Altersvorsorge gedacht, sollten sich Eltern für ihr generöses Geschenk im Vertrag auf jeden Fall eine Gegenleistung zusichern lassen - etwa ein lebenslanges Wohnrecht oder eine ebenso lange Rente. Zudem sind Widerrufsrechte unerlässlich, damit der Besitz nicht verloren geht, etwa wenn sich der Sprössling überschuldet hat oder das ungeliebte Ex-Schwiegerkind nach der Scheidung einen Anteil fordert.

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