Wie sich mit der Zugewinngemeinschaft Erbschaftsteuern sparen lassen
Eine Hollywoodschaukel fürs Vermögen

Bisher war die Ehe glücklich gewesen. Dass sich Hubert und Gerti Müller (Namen geändert) kurz vor ihrem 38. Hochzeitstag dennoch zum Notar aufmachten, um einen Ehevertrag zu schließen, hatte einen anderen Grund.

DÜSSELDORF. Als persönlich haftender Gesellschafter eines Bankhauses hatte Hubert solide Ersparnisse angelegt und wollte nun Gerti eine Million Euro davon geben. Nicht aus reiner Liebe zur Gattin, sondern um Erbschaftsteuern zu sparen. Inhalt des Vertrags: "Wir beenden heute den Güterstand der Zugewinngemeinschaft, setzen die Ausgleichsforderung der Ehefrau auf eine Million Euro fest und begründen mit Beginn des morgigen Tages erneut für die Zukunft den Güterstand der Zugewinngemeinschaft."

Der Clou der Transaktion: Das Ausgleichen von Zugewinnansprüchen ist gemäß § 5 Absatz 2 Erbschaftsteuergesetz steuerfrei. Ehegatte Hubert hatte einen effektiven Weg gewählt, die Hälfte seines Vermögens aus der Schusslinie der drohenden Besteuerung zu bringen.

Ein Weg, der sich gerade für vermögendere Eheleute lohnt, bei denen im Erbfall eine hohe Erbschaftsteuer anfällt, weil das Vermögen zum einen den persönlichen Freibetrag von 307 000 Euro übersteigt und zum anderen ein hoher Erbschaftsteuersatz von bis zu 30 % zur Anwendung kommt. "Vielen ist gar nicht klar, wie viel Geld man mit der Zugewinngemeinschaft sparen kann, wenn ein Ehegatte während der Ehe viel und der andere wenig Vermögen erwirtschaftet hat", sagt Steuerberater Andreas Söffing von SJBerwin LLP, Spezialist für steuerliche Vermögensberatung. Prüfen sollte man jedoch immer den Einzelfall.

Den Zugewinn ermittelt man, indem man vergleicht, was die Eheleute zu Beginn der Ehe an Vermögen haben und was am Ende der Zugewinngemeinschaft. Derjenige, der von beiden mehr erwirtschaftet hat, muss die Hälfte von diesem Mehr dem anderen Ehegatten als Zugewinn abgeben. "Steuerfrei, denn der Ausgleichsanspruch wird nicht wie eine Schenkung besteuert, sondern ist als Anspruch eigener Art steuerlich privilegiert", erläutert Richard Schmidt, Steueranwalt bei McDermott Will & Emery.

Völlig steuerfrei ist allerdings nur die Übertragung von Geldvermögen. Die Übertragung eines wertgleichen Gesellschaftsanteils gilt als Unternehmensverkauf, bei dem stille Reserven aufgedeckt und als Ertrag versteuert werden müssen.

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