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28.11.2008 
Ausge-phisht

Betrüger setzen auf Viren und Trojaner

von Sonia Shinde

Viren und Trojaner werden in den kommenden fünf Jahren die größte Gefahr im Online-Banking sein. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie der Hamburger Unternehmensberatung PPI. Inzwischen nutzt jeder dritte Deutsche das Konto mit dem Klick und ist angreifbar.

FRANKFURT. Phishing, das illegale Abschöpfen von Passwörtern und Überweisungskennungen (Tan) sei dagegen "so gut wie tot", sagt PPI-Geschäftsführer Clemens Engelke. Jahrelang hatten Betrüger, Kunden per E-Mail aufgefordert, ihre Daten auf gefälschten Bank-Webseiten einzugeben - "zur Sicherheitsüberprüfung". Wer darauf reinfiel, dem räumten die Verbrecher das Konto leer. Doch inzwischen geht den Kriminellen kaum noch jemand ins Netz. Darin sind sich Unternehmensberater, Banken und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) einig.

Ihre Sorge gilt Schadprogrammen, die sich heimlich auf die Rechner schleichen und dort Passwörter mitschreiben oder Überweisungen einfach umleiten. 19 Mio. Euro hoben die Täter im vergangenen Jahr von den Konten ihrer Opfer ab. 4 100 Betrugsfälle beim Online Banking registrierte der Branchenverband Bitkom, Tendenz steigend. In mindestens drei von vier Fällen waren Trojaner im Spiel.

Helfen sollen jetzt dynamische Überweisungskennungen (M-Tan), bei denen der Bankcomputer eine Ziffernfolge aus den Überweisungsdaten generiert und dem Kunden auf sein Handy oder ein mobiles Kartenlesegerät (Secoder) schickt. Datendiebe haben dabei keine Chance, denn ändern sie Empfänger oder Betrag, passen die Daten nicht mehr zur Tan, die Überweisung findet nicht statt. "Aber wenn Kunden Bankgeschäfte über ihre PDAs abwickeln und dieselben Geräte als Handy nutzen, ist dieser Vorteil dahin", warnt Frank Felzmann, Sicherheitsexperte beim BSI.

Inzwischen wollen auch Bankkunden aufrüsten. Laut PPI-Studie ist jeder zweite bereit, für Chipkartenleser bis zu zehn Euro zu bezahlen. Vor einem Jahr war es nur jeder fünfte. Der Haken: Mobile Geräte sind teurer und mehr als 50 Prozent der Kunden betreiben die Bankgeschäfte vom Büro aus. Doch in vielen Firmen ist der Anschluss fremder Geräte an den Firmenrechner verboten.

Sichere Bank

Nicht klicken: Niemals Dateianhänge öffnen, die man nicht erwartet. Freicodes für schlüpfrige Filme oder vermeintliche Abmahnungen sind oft Tarnkappen für Trojaner.

Nicht trödeln: Virenscanner am besten täglich aktualisieren und Patches gegen Sicherheitslücken sofort einbauen.

Nicht zulassen: Mini-Hilfsprogramme wie Java-Scripte oder Active X sind Einfallstore für Viren, Würmer und Trojaner. Deshalb diese Funktion bei nicht vertrauenswürdigen Seiten blockieren.

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