0 Bewertungen
06.03.2008 

Im Fall des Sportlers sei aber nicht erwiesen, dass er "wesentliche wirtschaftliche Interessen in Deutschland" gehabt habe. Diese liegen unter anderem dann vor, wenn ein Steuerpflichtiger mehr als 120 000 DM (heute 62 000 Euro) nicht im Ausland, sondern in Deutschland erzielt. Laut BFH waren aber ein Großteil des Sportlereinkommens ausländische Einkünfte. "Auslandsbetriebsstätte" sei dabei die Wohnung des Sportlers in der Steueroase.

Solche Einkünfte werden von der fortbestehenden deutschen Steuerpflicht aber nur sehr eingeschränkt erfasst. Sie sind nur dann beschränkt steuerpflichtig, wenn sie aus der "passiven" Überlassung von Persönlichkeitsrechten resultieren, also des Rechts am Namen oder am Bild des Sportlers, etwa auf einer Telefonkarte. Diese Einnahmen machten aber nur einen geringen Teil des Sportler-Einkommens aus - somit konnten wesentliche wirtschaftliche Interessen in Deutschland nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden.

Die Entscheidung ist eine Klatsche für Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD), in dessen Verantwortungsbereich das Außensteuergesetz fällt. Außerdem hatte er unlängst prominente Sportler wie Franz Beckenbauer und Michael Schumacher frontal angegriffen und sie aufgefordert, ihren Wohnsitz wieder nach Deutschland zu verlegen: "Ich finde, sie sind verpflichtet, dieser Gesellschaft etwas zurückzugeben. Es waren die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bedingungen der Bundesrepublik, die sie in den Stand versetzt haben, weit überdurchschnittlich zu verdienen." Das Bundesfinanzministerium war dem jetzt entschiedenen Fall wegen seiner übergeordneten Bedeutung beigetreten. Gestern war keine Stellungnahme zu erhalten. asr


» Wo Milliarden schlummern: Hier finden Sie unser Special zum Thema Steuerparadiese


Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige
Anzeige

Anzeige: Neue Steuersoftware

Konz Steuersoftware 2009 

Konz Steuersoftware 2009

Wollen Sie möglichst viel Geld vom Finanzamt zurück? Die KONZ Steuersoftware 2009 mit 1000 ganz legalen Steuertricks hilft Ihnen dabei. Artikel


weiterAnlegerakademie

„Künftig wird gerechter geteilt“  Artikel in Merkliste

21.12.2008

Michael Hessling ist Vorstand der Allianz Leben in Stuttgart. Im Interview mit dem Handelsblatt spricht der Banker über die Betriebsrente und erklärt, warum es für Arbeitnehmer attraktiver ist, künftig Arbeitszeit in einem Wertkonto anzusparen. Artikel


Anzeige