13. März: Liechtenstein hat den mutmaßlichen Auslöser der Steueraffäre öffentlich zur Fahndung ausgeschrieben. Der 42-jährige Liechtensteiner Heinrich Kieber werde mit einem internationalen Haftbefehl gesucht, teilt die Landespolizei in Vaduz mit. Die Fahndung, die mit einem Foto des Gesuchten versehen ist und im Internet veröffentlicht wird, stützt sich auf einen Haftbefehl des Fürstlichen Landgerichts von Februar wegen Verdachts auf Auskundschaftung von Geschäfts- und Betriebsgeheimnissen zugunsten des Auslands sowie auf Datendiebstahl. Bei einer Verhaftung im Ausland wird sofort die Auslieferung beantragt. Kieber war in Liechtenstein bereits wegen mehrerer Delikte verurteilt worden.
19. März: Der mittlerweile dritte Fall wird bekannt, in dem der Finanzverwaltung gestohlene Daten über geheime Bankkonten angedient wurden. Diesmal ist die Schweiz betroffen. Ein unbekannter Anrufer soll baden-württembergischen Steuerbehörden 30.000 Datensätze angeboten haben.
31. März: Die Staatsanwaltschaft Liechtensteins stellt ein Rechtshilfeersuchen an die Generalstaatsanwaltschaft in Hamm. Die deutsche Behörde soll Namen und Aufenthaltsort des Informanten nennen, der Datensätze von deutschen Steuersündern an den Bundesnachrichtendienst verkauft hat. Es wurde auch um Kopien der erworbenen Datensätze gebeten.
09. April: In der Liechtensteiner Steueraffäre erwartet die Deutsche Steuergewerkschaft Rückzahlungen an den Fiskus von bis zu einer Milliarde Euro. "Ich gehe davon aus, dass wir nahe an diese Summe herankommen werden", sagt Gewerkschaftschef Dieter Ondracek. Auf Basis von Kundendaten der LGT Bank bearbeitet die Staatsanwaltschaft Bochum zu diesem Zeitpinkt rund 130 Fälle.
30. Mai: Eine überraschende Personaländerung sorgt für Turbulenzen im Rostocker Prozess um die mutmaßliche Erpressung der Liechtensteinischen Landesbank LLB. Der Vorsitzende Richter in dem Verfahren kündigt an, aus dem Prozess auszuscheiden, da er in Elternzeit gehe.
10. Juni: Im Fall der mutmaßlichen Erpressung der Liechtensteinischen Landesbank LLB mit geheimen Kontodaten geraten Bankkunden in ganz Deutschland ins Visier der Steuerfahnder: Vor dem Rostocker Landgericht sagte der ehemalige Leiter der Bremer Steuerfahndung aus, ihm seien im Jahr 2005 über einen Anwalt mehrere der rund 2300 Belege zugespielt worden. Mit den Daten über mögliche Schwarzgelder sollen die vier Angeklagten in dem Fall die Bank sowie mehrere Kunden erpresst haben. Die ihm zugegangenen Belege habe er unter anderem an die Steuerfahndungen in Berlin, München und Hannover weitergeleitet, sagte der Zeuge.
21. Juni: Die Staatsanwaltschaft Bochum führt weitere Razzien durch. Im Visier der Fahnder standen diesmal Münchner Millionäre, die Geld am deutschen Fiskus vorbei im Fürstentum gebunkert haben sollen, hieß es. Rund 200 Verfahren gegen deutsche Kunden sollen mittlerweile laufen.
18. Juli: In Saal C 140 des Landgerichts Bochum startet der erste Prozess in der Liechtenstein-Affäre. Doch das Strafmaß haben Staatsanwaltschaft und Verteidigung offenbar längst ausgedealt.
