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20.02.2008 

Noch höher sei das Anzeigenaufkommen nur in einer Phase - nach den Weihnachtsfeiertagen. "Da gibt?s häufig Familienstreit, der danach mit allen Mitteln ausgefochten wird", so Pötz. Familienfehden sorgen unabhängig von der Globalisierung für einen stabilen Sockel bei den Anzeigen, Finanzbeamte wissen von skurrilen und tragischen Fällen zu berichten.

Da wäre die Frau eines rheinischen Schrotthändlers, die nach einem Seitensprung ihres Gatten begann, dessen Geschäftsunterlagen zu kopieren - und sich ein Jahr später bitter rächte, indem sie den Behörden Belege über massiv aufgeblähte Betriebsausgaben zuschickte. Reine Rachefeldzüge sind aber eher die Ausnahme, meist geht es Expartnern auch oder vor allem um mehr Geld. "Viele Anzeigen erhalten wir, weil Geschiedene keinen oder kaum Unterhalt zahlen", sagt Hesse.

Gerade bei Selbstständigen argwöhnen Exgatten oft und nicht zu Unrecht, dass diese ihr Einkommen mit illegalen Tricks kleinrechnen - und so nicht nur Unterhalt, sondern auch Steuern sparen. Manche wissen gar, dass der Ex Schwarzgeld im Ausland bunkert. Wie die Frau eines Hoteliers, die den Scheidungsrichtern Auszüge seines Kontos in der Schweiz präsentierte und dadurch nicht nur die Steuerfahnder auf den Plan rief, sondern im Rahmen der Vermögensteilung auch die Hälfte seines geheimen Schatzes einstrich.


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Auch in anderen Ländern haben Infos an die Steuerfahnder Hochkonjunktur. Großbritannien hat im Frühjahr 2006 eine landesweite "Tax-Evasion-Hotline" eingerichtet, um von der neuen Mitteilsamkeit zu profitieren. Briten können benutzerfreundlich werktags von 8 bis 20 Uhr und am Wochenende von 8 bis 16 Uhr die 0800-788887 anrufen und dort, garantiert anonym, ihr Wissen über wen auch immer preisgeben. Ein spezieller Anschluss für walisisch-sprechende Landsleute und ein Texttelefon für Stumme komplettieren das mundgerechte Angebot für Informanten.

"Keine Information, wie trivial sie auch scheinen mag, ist unwichtig", wirbt die Finanzbehörde HMRC für die Hotline. Mit Erfolg: Binnen zwölf Monaten sei die neue Nummer rund 155 000-mal angerufen worden, berichtete die HMRC im vergangenen Jahr. Zudem gingen beim zugehörigen Internet-Portal fast 18 000 E-Mails ein. Beeindruckt vom Erfolg der Kollegen hat selbst das Finanzministerium der als Steuerparadies bekannten Kanalinsel Guernsey eine Hotline eingerichtet: die 747 900, im Telefonbuch unter dem Stichwort "Income Tax" zu finden. E-Mails können Tippgeber an hotline@tax.gov.gg senden.

Vorreiter im Geschäft mit solchen Offerten waren die USA. Dort können Informanten ihr Wissen bereits seit Jahrzehnten ganz bequem per Hotline weitergeben. Und wenn sie den Fahndern helfen, schwere Fälle von Steuerhinterziehung aufzudecken, winkt ihnen gar ein Anteil an den eingetriebenen Abgaben als Informantenhonorar.

Lesen Sie weiter auf Seite 4: Deutschland hintendran

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