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20.03.2008 

Ermittler vor der Presse: Oberstaatsanwalt Hans-Ulrich Krück und seine Kollegen ermitteln derzeit vor allem im Verborgenen. Foto: apLupe

Ermittler vor der Presse: Oberstaatsanwalt Hans-Ulrich Krück und seine Kollegen ermitteln derzeit vor allem im Verborgenen. Foto: ap

Steuerberater sind laut Bundessteuerberaterkammer nicht an den aktuellen Fällen von Steuerhinterziehung via Liechtenstein beteiligt. "Bislang sind uns keine Steuerberater bekannt, die an Beratungen zur Steuerhinterziehung mitgewirkt haben", sagte der Chef der Steuerberaterkammer Horst Vinken.

Nach Informationen des Handelsblatts konzentrieren sich die Fahnder nun unter anderem jetzt auf so genannte aktive Stiftungen. Das sind in der Regel Familienstiftungen, der alleiniger Zweck es ist, den Familienclan finanziell zu unterstützen, etwa durch üppige Ausbildungsentgelte. Erträge aus solchen Stiftungen sind in Deutschland steuerpflichtig. Gerade in diesen Fällen seien auch Prominente unter den Verdächtigen, heißt es in Justizkreisen. Häufig seien allerdings die Unternehmen und Marken prominenter als die Personen dahinter. Etwa, wenn es sich um einen von mehreren Gesellschaftern eines Konzerns handelt. "Es gibt auch sehr viele vermögende Menschen in Deutschland, die sehr zurückgezogen leben", so ein Ermittler.

Die Gerüchteküche kocht

Hartnäckig halten sich Gerüchte, dass auch Politiker unter den Tatverdächtigen sind. In Justizkreisen wird gemunkelt, dass diese teilweise vor der Fahndung von der LGT-Bank des Liechtensteinischen Fürsten gewarnt worden seien. In dem Bochumer Verfahren, das den Skandal ausgelöst hat, geht es um rund 600 Beschuldigte, die ihr Geld überwiegend über die LGT-Treuhand, einer Tochter der LGT-Bank des Liechtenstenischen Fürsten, in Stiftungen versteckt haben. Die LGT hat bislang öffentlichkeitswirksam beteuert, Kunden nicht vom Datendiebstahl unterrichtet zu haben.

Im Zug der Fahndungen kommt auch manch Kurioses ans Tageslicht: Als die Steuerbeamten in einer süddeutschen Stadt dort vor kurzem zu einer Hausdurchsuchungen anrückten, trafen sie auf einen demenzkranken Mann, der sich an Gelder in Liechtenstein tatsächlich nicht mehr erinnern konnte. Als seine Anwältin im Fürstentum nachhakte, stellte sie fest, dass der Mann zwar Millionen dort geparkt hatte, aber gar nicht mehr Eigentümer des Geldes war: noch kurz vor seiner Erkrankung hatte er die Anwältin zur Erbin eingesetzt.

Dass die Arbeit der Bochumer Staatsanwälte nicht zum Stillstand gekommen ist, zeigt schließlich auch der Fall Hartwig Zumwinkel, Bruder von Ex-Postchef Klaus Zumwinkel. Wie Klaus Zumwinkel selbst wird auch er verdächtigt, erhebliches Vermögen in Liechtensteinischen Stiftungen geparkt zu haben, um so einen Bogen um den deutschen Fiskus zu machen. Hartwig Zumwinkel traf sich kürzlich mit den Staatsanwälten und hinterlegte vier Mill. Euro Sicherheitsleistung beim Finanzamt. Wie bei seinem Bruder wurde der Haftbefehl daraufhin außer Vollzug gesetzt.

Lesen Sie weiter auf Seite 3: Schon 30 Millionen Euro Vorauszahlung

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