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23.06.2008 
Steuerreform

Doppelbesteuerung für Reits-Aktionäre bleibt bestehen

Die Bundesregierung macht einen Rückzieher. Eigentlich wollte sie die doppelte Belastung von Reits-Aktionären abschaffen. Jetzt bleibt aber alles beim Alten. Selbst führende Koalitions-Politiker sind sauer.

DÜSSELDORF. Noch müssen Aktionäre eines deutschen Reits (Real Estate Investment Trusts), der in ausländische Immobilien investiert, damit rechnen, doppelt besteuert zu werden. Eigentlich wollte der Gesetzgeber das Problem mit dem Jahressteuergesetz 2009 lösen. Dies sah zumindest der Referentenentwurf vor. Doch im Kabinettsbeschluss zu diesem Gesetz ist die Lösung der Doppelbesteuerungsproblematik nicht enthalten. "Bei Verabschiedung des Reit-Gesetzes im Frühjahr 2007 haben wir zugesagt, die Problematik der Doppelbesteuerung bei Einkünften aus Direktinvestitionen in ausländische Immobilien sowie bei Einkünften aus Auslandsobjektgesellschaften zu lösen", kritisiert Leo Dautzenberg, Berichterstatter der CDU/CSU zum Thema Reits, die fehlende Neuregelung.

Aktuell muss allerdings kein Reit-Aktionär Nachteile befürchten. Denn weder Alstria Office noch Fair Value haben ausländische Gebäude im Bestand. Bisher besitzen nur diese beiden Gesellschaften Reit-Status.

Im Unterschied zu anderen Aktiengesellschaften ist der Reit von Körperschaft- und Gewerbesteuer befreit. Stattdessen werden die Dividenden beim Aktionär besteuert. Ein Reit ist verpflichtet, 90 Prozent seines Gewinns auszuschütten. Gewinne aus Immobilien im Ausland würden dort und ein zweites Mal beim Aktionär besteuert.

"Schade, dass dieses Problem jetzt nicht angegangen wird. Allerdings schadet es auch noch nicht, weil gegenwärtig kein Reit Auslandsimmobilien besitzt", sagt der Rechtsanwalt und Reit-Experte Hans Volkert Volckens. Alstria-Chef Olivier Elamine hatte bereits früher betont, mit dem aktuellen Gesetz gut leben zu können. Die IVG löste das Problem, indem sie ihre deutschen Immobilien in eine eigene Gesellschaft einbrachte. Sie hat den Börsengang ihres ursprünglich noch im ersten Halbjahr 2008 erwarteten Reits bereits verschoben. Vor wenigen Tagen legte Fondsanbieter Hannover Leasing seinen Reit-Börsengang auf Eis. rrl

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