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17.07.2008 
Steueraffäre Liechtenstein

Fürstentum poliert angekratztes Image auf

Schadensersatz: Mit Spannung beobachtet wird der Bochumer Prozess auch in Liechtenstein. Denn die Banker dort dürften sich Sorgen machen, von enttarnten Kunden auf Schadensersatz verklagt zu werden. Aus Anwaltskreisen ist zu hören, dass bei der Prüfung der Unterlagen aus Liechtenstein erstmals aufgefallen sei, wie einige Banken und Treuhänder mit dem ihnen anvertrauten Geld gewirtschaftet haben. Von schwarzen Kassen und überhöhten Depotgebühren ist die Rede. Die Steuerbetrüger seien ihrerseits Betrogene.

Honorarkonsul: Das Image des kleinen Fürstentums hat massiv gelitten unter dem Skandal. So sehr, dass Liechtenstein nun mit dem Münchener Anwalt Christian Waigel, Sohn des früheren Bundesfinanzministers Theo Waigel, einen Honorarkonsul in Deutschland installieren will. Waigel selbst schweigt zurzeit noch zu den Details. Erst kürzlich hat der Landtag den Etat für Öffentlichkeitsarbeit nachträglich um 300 000 Schweizer Franken aufgestockt.

Anbiederung: Um das schlechte Image im Ausland schnell zu verbessern, gibt Liechtenstein vor, aus der Affäre gelernt zu haben. Ende Juni signalisierte das Fürstentum Bereitschaft, zwischenstaatliche Verträge abzuschließen, die einen stärkeren Informationsaustausch mit der EU vorsehen. Ebenfalls im Gespräch ist ein Abkommen, wonach Liechtenstein bei schweren Hinterziehungsfällen und Mehrwertsteuerbetrug enger kooperieren will. Auf dem wichtigsten Feld - bei der Hinterziehung von Einkommen- und Kapitalertragsteuern - lehnt das Fürstentum dagegen weiter eine Zusammenarbeit ab. (ke)

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