Wer nicht der Führungsebene mit "Split-Salary"-Verträgen angehört, muss zum Steuernsparen ganz ins Ausland ziehen. Das kommt für immer mehr Bürger infrage, allein 2006 haben sich 18 000 Deutsche in der Schweiz niedergelassen (siehe Grafik: "Adieu Deutschland"). Und dieses Jahr dürften es noch mehr werden, denn im Juni haben die Eidgenossen die Kontingente für EU-Bürger abgeschafft. Auch die Anziehungskraft von Luxemburg und Österreich ist ungebrochen.
Die europaweiten Emigranten sind keineswegs nur Ruheständler mit Hang zu Bergpanorama oder Palmenidylle, sondern vor allem Berufstätige. Gerade in steuerlich attraktiven Ländern brummt naheliegenderweise oft die Wirtschaft, und es gibt Arbeitsplätze en masse. Vor allem qualifizierte Fachkräfte haben immer öfter die Wahl: Zürich, Luxemburg oder doch lieber London? Ein Firmentöchterchen an solchen Standorten dient vielen Unternehmen zunehmend zur Personalakquise: Gerade im Wettbewerb um Spezialisten seien "Unternehmen im Vorteil, die einen Standort mit niedriger Steuerlast bieten können", sagt Lüdemann.
Einen Pferdefuß gibt es gerade in kleinen Ländern. So fordern etwa Monaco oder Andorra unschlagbare null Prozent Steuern (siehe Tabelle: "Günstige Angebote"); schade nur, dass die Lebenshaltungskosten die Steuerersparnis schnell verschlingen. Die Mini-Paradiese sind deshalb allein für Multimillionäre eine Option. Aber anders sieht es dagegen in der Schweiz, Luxemburg und Großbritannien aus.
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