Die Ermittlungen bei deutschen Privatbanken in der Affäre alarmiert auch die Bundesanstalt für Finanzaufsicht BaFin. "Wir verfolgen und begleiten die aktuellen Geschehnisse mit großem Interesse, vor allem unter dem Gesichtspunkt eines ordnungsgemäßen Verhaltens der Geschäftsführung", sagte ein BaFin-Sprecher der "Financial Times Deutschland". "Wenn bestimmtes Verhalten der Banken gegen das Gesetz, auch das Steuergesetz, verstößt, dann stellt das auch im Rahmen der Bankenaufsicht ein Missstand dar, bei dem wir aktiv werden müssen."
Unterdessen sieht sich der bayerische Datenschutzbeauftragte Karl Michael Betzl als Opfer einer politischen Verschwörung. "Ich fühle mich als Bauernopfer in einem politischen Spiel", sagte er der "SZ". Über die Durchsuchung der Steuerfahnder bei ihm im Zusammenhang mit der Liechtenstein-Affäre war breit berichtet worden. Sein Anwalt teilte der Zeitung mit, gegen den Vorwurf der Steuerhinterziehung "wird und kann sich mein Mandant verteidigen".
Die Bürger sind geteilter Meinung darüber, ob der Bundesnachrichtendienst die Daten potenzieller Steuersünder habe ankaufen sollen. 48 Prozent von 1 000 Befragten sagten in einer Infratest-dimap-Umfrage für das ARD -"Morgenmagazin" ja, 45 Prozent nein. 79 Prozent finden, dass Reiche ihre steuerlichen Möglichkeiten oft hemmungslos ausnutzen. 86 Prozent denken, dass Steuerhinterziehung auch bei normalen Bürgern kein Kavaliersdelikt ist, sondern ein kriminelles Vergehen.
Bild für Bild: Die spektakulärsten Fälle von Steuerhinterziehung
