Für die breite Öffentlichkeit richtig spannend wird es deshalb wohl erst werden, wenn der Prozess gegen Klaus Zumwinkel startet. Gegen dessen Bruder Hartmut läuft ebenfalls ein Verfahren. Mit Klaus Zumwinkels spektakulärer Kurzzeitverhaftung und der vom Fernsehen nach einem Tipp begleiteten Hausdurchsuchung am 14. Februar war der gesamte Liechtenstein-Komplex ins Rollen gekommen. In den folgenden Wochen folgten Razzien in ganz Deutschland und Teilen Europas, die, glaubt man Staatsanwaltschaft und Steuerfahndung, noch immer laufen.
Das Verfahren gegen Zumwinkel dagegen stockt. Der Ex-Aufsichtsratschef steckt mittlerweile auch im Sumpf um Bespitzelungen bei der Telekom; hierzu läuft ebenfalls ein Ermittlungsverfahren. Bislang scheinen die Anwälte Rolf Schwedhelm und Hans Feigen, die Zumwinkel auch im Telekom-Verfahren vertreten, die Staatsanwaltschaft ausreichend zu beschäftigen. Es gibt aber auch Stimmen, die behaupten, dass die Bochumer Verfolger Zumwinkel längst anklagen könnten, ihn aber nicht wieder als Ersten dem Blitzlichtgewitter aussetzen wollten - eine Art stillschweigende Wiedergutmachung.
