Auch Abschlagzahlungen auf die zu erwartenden Steuernachforderungen sind schon geleistet worden, über 27,8 Millionen Euro. "Die Summe erhöht sich täglich", stellt Krück fest. Weitere freiwillige Zahlungen seien avisiert. Erstmals schwingt in Krücks Stimme so etwas wie leise Genugtuung mit.
Die kann er auch nicht verhehlen, als er bekannt gibt, dass bei den Finanzämtern schon 72 Selbstanzeigen eingegangen seien. Daraus seien weitere Mehrsteuern in "nicht unerheblichem" Umfang zu erwarten. Und dann noch eine kleine Drohung in Richtung der Täter. "Die Selbstanzeigen", murmelt Krück, "werden zurzeit noch auf ihre Vollständigkeit und Wirksamkeit übergeprüft."
Spannend wird es dann auch noch einmal bei den Banken - wenn man hinzufügt, was Krück nicht sagt. Zwar gibt der Oberstaatsanwalt bekannt, was das Handelsblatt schon vorletzte Woche schrieb: dass eine weitere ausländische Bank im Visier der Fahnder ist. Um welche Bank es sich handelt, sagt er aber nicht. Auch nicht, dass es möglicherweise sogar mehrere sind.
Bild für Bild: Die spektakulärsten Fälle von Steuerhinterziehung
Denn nach Informationen des Handelsblatts aus Justizkreisen sind neben der LGT-Bank des liechtensteinischen Fürsten und der Liechtensteinischen Tochter der Schweizer Vontobel noch weitere Kreditinstitute in den Steuerskandal verwickelt. Derzeit wird noch untersucht, ob diese Banken auch am Steuerhinterziehungssystem beteiligt waren. Den Fahndern liegen offenbar Informationen darüber vor, dass Kundengelder von der LGT-Treuhand noch bei diversen anderen Kreditinstituten angelegt wurde. Ob legal oder illegal, wird nun untersucht.
Für Krück und seine Kollegen ist der Job also noch lange nicht getan. Da werden sie dann doch eines der zehn Gebote wohl oder übel missachten müssen: "Du sollst den Feiertag heiligen".
