Unklar ist derweil noch, wie die Bochumer Staatsanwaltschaft an die Unterlagen aus Liechtenstein gelangt ist. "Wir haben sie von der Finanzverwaltung", sagte Staatsanwalt Gürhoff. "Alles andere interessiert uns nicht." Vermutungen verdichten sich jedoch, dass ein Mitarbeiter der LGT-Bank die Daten gestohlen und sich damit an den für Auslandsaufklärung zuständigen deutschen Bundesnachrichtendienst gewandt hat. Dieser soll die Daten, ohne sie selbst auszuwerten, an die Steuerfahndung ihn Wuppertal weitergegeben haben.
Die LGT Group teilte am Freitag mit, es hätten sich Hinweise ergeben, dass vor rund sechs Jahren gestohlene Kundendaten unrechtmäßig weitergegeben worden seien. Der Datendiebstahl war demnach 2003 angezeigt und gerichtlich verurteilt worden. "Nach Kontakten zwischen den Parteien wurde das Datenmaterial scheinbar vollumfänglich zurückgegeben. Gemäß damaliger Faktenlage betrachtete die LGT Treuhand AG den Fall als abgeschlossen."
» Im Detail: Die Mitteilung der LGT-Group
In den letzten Tagen hätten sich die Indizien verdichtet, dass es sich bei illegal weitergegebenen Kundendaten, auf welche die LGT ab Sommer 2007 hingewiesen worden sei, um Teile der 2002 gestohlenen Informationen handle. Möglicherweise betroffene Kunden "werden nach Möglichkeit persönlich kontaktiert".
Die LGT will umgehend Strafanzeige gegen Unbekannt einreichen. Allerdings betont sie, "dass der vermutete Zusammenhang zwischen den 2002 gestohlenen Daten und der aktuell in den Medien diskutierten Situation zurzeit nicht abschließend erhärtet oder bestätigt ist".
