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23.07.2008 
Geld fehlt

Phoenix-Anleger müssen sich gedulden

von Sonia Shinde

Die Entschädigungseinrichtung der Wertpapierhandelsunternehmen gerät unter Druck: Die Behörde braucht dringend Geld, um die rund 30 000 Anleger des insolventen Optionshändlers Phoenix Kapitaldienst zu entschädigen, Sie waren Opfer des größten Kapitalanlagebetrugs der Nachkriegsgeschichte.

FRANKFURT. Rund 200 Mill. Euro soll die Entschädigungseinrichtung der Wertpapierhandelsunternehmen (EdW) an die Anleger zahlen, hat aber zu wenig Geld in der Kasse, nun soll ein Kredit helfen. Die Behörde prüfe die Möglichkeit einer Kreditaufnahme heißt es in einer Antwort des Finanzministeriums auf eine parlamentarische Anfrage des FDP-Abgeordneten Frank Schäffler.

Pikant daran: Dasselbe hatte die EdW bereits 2007 versucht und als Sicherheit eine Bürgschaft des Bundes vorweisen wollen. Doch der Haushaltsausschuss hatte die Bürgschaft Ende November gekippt, der Kredit kam nicht zustande. Noch ist deshalb unklar, wie die EdW ihren neuen Anlauf absichern will. Ursprünglich wollte die EdW die Entschädigungen bei ihren rund 760 Mitgliedsunternehmen einsammeln. Doch die Firmen weigern sich.

Bislang hat die EdW 79 Anleger entschädigt und bis Ende Juni rund 1,4 Mill. Euro bezahlt. Jetzt hat sie nur noch 2,2 Mill. Euro in der Kasse - aber schon tausend Anlegern Entschädigung zugesagt. Nur bezahlen kann sie sie nicht.

Frisches Geld kriegt die EdW erst wieder im September mit den neuen Jahresbeiträgen der Mitglieder. Die belaufen sich voraussichtlich auf gerade einmal vier Mill. Euro. "Wenn die EdW in dem Tempo weitermacht, dauert es mindestens 15 Jahre, alle rund 30 000 Anleger zu entschädigen", sagt FDP-Finanzexperte Schäffler.

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