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22.08.2008 
Steuerhinterziehung

Zufall bleibt der beste Steuerfahnder

von Donata Riedel

Die Steuerfahndung hat im vergangenen Jahr 1,6 Mrd. Euro hinterzogene Steuern aufgedeckt - und damit genauso viel wie im Durchschnitt der Vorjahre. Das geht aus dem aktuellen Monatsbericht des Bundesfinanzministeriums hervor. Experten schätzen aber, dass dem Fiskus jährlich sehr viel mehr Geld durch Steuerhinterziehung durch die Finger geht.

Deutsche Gerichte verhängen jährlich insgesamt etwa 2000 Jahre Haftstrafe für Steuerhinterziehung. Foto: dpaLupe

Deutsche Gerichte verhängen jährlich insgesamt etwa 2000 Jahre Haftstrafe für Steuerhinterziehung. Foto: dpa

BERLIN. Der Blick in die Steuerstrafsachenstatistik zeige, wie notwendig eine effektive Missbrauchsbekämpfung sei, um Steuergerechtigkeit und stabile Staatsfinanzen zu sichern, schreibt darin Finanzstaatssekretär Jörg Asmussen. Zudem sorge allein die Existenz einer Steuerfahndung dafür, dass potenzielle Steuerhinterzieher abgeschreckt und verunsichert würden. "Steuerhinterziehung ist eben kein Kavaliersdelikt, sondern ein strafbarer Betrug an allen ehrlichen Bürgerinnen und Bürgern", schrieb er.

Experten schätzen, dass dem Fiskus jährlich sehr viel mehr, nämlich 30 Mrd. Euro, durch Steuerhinterziehung entgehen. Genaue Zahlen dazu gibt es naturgemäß allerdings nicht. Die Zahl der Steuerfahnder ist nach Aussage von Dieter Ondracek, dem Chef der Steuergewerkschaft, in den vergangenen fünf Jahren von 2 000 auf 2 400 aufgestockt worden - ohne dass die entdeckten Beträge gestiegen sind.

"Mehr Steuerfahnder bringen eben nicht automatisch mehr Geld. Das ist eine Milchmädchenrechnung", sagte die Sprecherin von NRW-Finanzminister Helmut Linssen (CDU). Mit Blick auf die Steuereinnahmen setze NRW stärker auf den Ausbau der Betriebsprüfer-Stellen. Durch legale Gestaltung, sagt auch Ondracek, bei der Unternehmen die oft unklare Rechtslage zu ihren Gunsten auslegten, entgingen dem Fiskus weitaus höhere Summen.

Ondracek verteidigt allerdings ebenso wie das Bundesfinanzministerium den Ausbau der Steuerfahndung. "Sie lohnt sich für den Fiskus auf jeden Fall", sagte er. Im Durchschnitt erwirtschafte ein Steuerfahnder 800 000 Euro für den Fiskus.

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