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Geldanlage: Wohnungsgenossenschaften sind Renditebringer

Geld bei der Bank zu leihen ist Wohnungsgenossenschaften zu teuer. Um neue Immobilien zu finanzieren, pumpen sie lieber ihre Mitglieder an – und die können von teils verlockenden Konditionen profitieren.

Wer Mitglied einer Baugenossenschaft ist, hat lebenslanges Wohnrecht. Ein weiterer Vorteil: Wer der Baugenossenschaft Geld leiht, kann verdienen. Quelle: dpa
Wer Mitglied einer Baugenossenschaft ist, hat lebenslanges Wohnrecht. Ein weiterer Vorteil: Wer der Baugenossenschaft Geld leiht, kann verdienen. Quelle: dpa

DüsseldorfIn Zeiten niedriger Zinsen hat der klassische Sparplan ausgedient. Zu gering sind die Renditen, die sich durch risikolose Anlage am Kapitalmarkt erzielen lassen. Ein besonderer Sparplan allerdings hat überlebt – mehr als drei Prozent Zinsen schreiben einige Wohnungsgenossenschaften ihren Mitglieder jährlich gut, wenn sie der Genossenschaft für einige Jahre Kapital überlassen.

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Herauszufinden, welche Genossenschaft wie viel bietet, ist jedoch mühsam. Der Branchenverband GdW stellt keine Übersicht über aktuelle Zinsangebote zur Verfügung. Auf seiner Internetseite finden sich jedoch Links zu vielen der insgesamt 1883 Wohnungsgenossenschaften, die sich dem Verband angeschlossen haben.

Spitzenreiter im Zinswettstreit ist die Braunschweiger Baugenossenschaft. Ein Ratensparvertrag über sechs Jahre bringt dort 3,75 Prozent Zinsen ein; monatlich dürfen maximal 500 Euro eingezahlt werden. Der Bauverein Breisgau bietet einen Wachstumssparplan ab 3.000 Euro, der im vierten Jahr 1,75 Prozent Zinsen abwirft.

So viel geben die Deutschen für Miete aus

  • Hamburg

    2008: 19,6 Prozent*
    2009: 20,5 Prozent
    2010: 20,1 Prozent
    2011: 20,7 Prozent
    2012: 21,7 Prozent

    * Anteil des Nettoeinkommens, der für Miete inklusive Nebenkosten aufgewendet werden muss.

    Quelle: IVD / Statistisches Bundesamt

  • Hannover

    2008: 17,1 Prozent
    2009: 17,7 Prozent
    2010: 18,0 Prozent
    2011: 18,8 Prozent
    2012: 20,0 Prozent

  • Düsseldorf

    2008: 17,9 Prozent
    2009: 17,9 Prozent
    2010: 18,4 Prozent
    2011: 19,0 Prozent
    2012: 19,0 Prozent

  • Köln

    2008: 20,1 Prozent
    2009: 20,1 Prozent
    2010: 19,5 Prozent
    2011: 20,1 Prozent
    2012: 20,3 Prozent

  • Dortmund

    2008: 16,9 Prozent
    2009: 16,9 Prozent
    2010: 16,7 Prozent
    2011: 16,8 Prozent
    2012: 16,9 Prozent

  • Frankfurt

    2008: 21,1 Prozent
    2009: 21,1 Prozent
    2010: 21,0 Prozent
    2011: 21,1 Prozent
    2012: 21,9 Prozent

  • Stuttgart

    2008: 21,5 Prozent
    2009: 21,5 Prozent
    2010: 20,9 Prozent
    2011: 21,0 Prozent
    2012: 22,3 Prozent

  • München

    2008: 21,8 Prozent
    2009: 22,4 Prozent
    2010: 21,8 Prozent
    2011: 22,6 Prozent
    2012: 23,5 Prozent

  • Nürnberg

    2008: 19,4 Prozent
    2009: 18,1 Prozent
    2010: 18,5 Prozent
    2011: 18,9 Prozent
    2012: 19,3 Prozent

  • Berlin-West

    2008: 21,6 Prozent
    2009: 21,6 Prozent
    2010: 21,5 Prozent
    2011: 21,8 Prozent
    2012: 22,7 Prozent

Der Lübecker Bauverein hält bis zu 2,5 Prozent jährliche Zinsen im sechsten Jahr Wachstumssparen bereit. Die Berliner Bau- und Wohngenossenschaft zahlt Mitgliedern, die mindestens 5.000 Euro anlegen, je nach Laufzeit jährlich bis zu drei Prozent Zinsen.

Die Wohnungsgenossenschaften brauchen Geld, um Immobilien in Stand zu halten, zu modernisieren oder ganz neu zu bauen. Würden sich die Genossenschaften dieses Geld klassisch bei der Bank leihen, müssten sie nicht nur die aktuell gültigen Hypothekenzinsen zahlen, sondern den Kredit unter Umständen auch absichern.

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Die Bank könnte etwa das Pfandrecht auf das Grundstück per Grundbucheintrag fordern, sagt Max Herbst von der FMH Finanzberatung Frankfurt. Bitten die Genossenschaften dagegen ihre Mitglieder um Geld, fallen diese Regularien weg.

Ohne Haftung geht es natürlich nicht. Doch ähnlich wie Volks- und Raiffeisenbanken gilt für die Wohngenossenschaften das Prinzip der Verbundhaftung. "Jeder bürgt für den anderen", sagt Herbst. Praktisch zahlen alle Wohnungsgenossenschaften, die eine sogenannte Spareinrichtung anbieten, jedes Jahr in einen Selbsthilfefonds ein.

  • 24.09.2013, 19:40 UhrAnonym

    Können Sie mir das genauer erklären?

  • 15.08.2013, 16:20 UhrLukas

    Das mit der Nachschusspflich ist nicht zu vernachlässigen da im erstfall auch der Anteil von zahlungsunfähigen Mitglieder auf die anderen Verteilt wird daher auch eine zusätzliches Risiko entsteht.

    Dennoch sind Genossenschaften immer noch die geschäftsform mit den geringsten Insolvensen.

    http://www.sozialinvestieren.de/blog/insolvenzsicherste-rechtsform-genossenschaften-bleiben-unangefochten-sieger/

  • 10.02.2013, 13:03 UhrJKeitel

    Die Sicherungsfonds der Wohnungsgenossenschaften werden in der Regel im Krisenfall nur gegenüber der Genossenschaft tätig, die Einlage ist somit nur indirekt gesichert.

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