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Private Verschuldung: Kaufrausch ohne Reue

Die Deutschen leben ihre neue Konsumfreude aus, und das oftmals auf Kredit. Kein Problem, sagen die Banken. Riskant, sagen Verbraucherschützer. Wie es wirklich um die deutschen Kreditnehmer bestellt ist.

DüsseldorfDen 55-Zoll-3D-Fernseher für 45,79 Euro, das teure Smartphone für 48,90 Euro, den Doppeltür-Kühlschrank mit Eiswürfelmaschine für 84,90 Euro: Für viele klingt das sehr verlockend, auch wenn es sich dabei um die monatlichen Kreditraten handelt, die große Kaufhäuser und Discounter für die schicken Geräte verlangen. Kostet nichts, denkt da der Kunde, denn die Finanzierung gibt es zu 0,0 Prozent Zinsen. Warum dann alles auf einmal zahlen?

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Der Konsum auf Pump nimmt in Deutschland immer weiter zu. Einer repräsentativen Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) vom Oktober 2012 zufolge nutzten von 1.656 Befragten 39 Prozent eine Kreditfinanzierung – ein Anstieg um drei Prozentpunkte. Vor allem schnelle Darlehen über den Kreditkartenanbieter sind in der Gunst der Verbraucher gestiegen und nahmen ebenfalls um drei Prozentpunkte zu. Ein Indiz dafür, dass gerade Konsumgüter immer öfter auf Kredit gekauft werden. Die gestiegene Konsumlaune der Deutschen spiegelte sich zuletzt auch in den volkswirtschaftlichen Konjunktur- und Wachstumszahlen wider.

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Angesichts der niedrigen Zinsen ist Geld für Auto, Waschmaschine, Urlaub und die neue Einbauküche immer günstiger zu haben – teilweise sogar zum Nulltarif. Ob Möbelhaus, Elektro-Discounter, Baumarkt oder große Versandhändler im Internet: Oft bekommen die Kunden schon für niedrige dreistellige Beträge direkt im Laden ein Finanzierungsangebot mit null Prozent effektiven Jahreszins.

Kaum ein Wochenende, ohne dass ein Null-Prozent-Angebot per Werbeprospekt ins Haus flattern würde. „Wir sprechen von Point-of-sale-Finanzierungen“, sagt Stephan Moll vom Bankenfachverband, einem Zusammenschluss der spezialisierten Ratenkredit-Anbieter. „Gefühlt haben die zugenommen, weil sie sehr stark beworben und mittlerweile in vielen Branchen angeboten werden. Tatsächlich ist ihr Anteil an den Ratenkreditverträgen insgesamt aber recht konstant.“

Die Top-Ausgaben der Deutschen

  • Das kauft der Durchschnittshaushalt

    Das Statistische Bundesamt errechnet jedes Jahr, wie viel jeder Haushalt einnimmt und wie viel er davon wofür ausgibt. Im Jahr 2010 hatten die Haushalte in Deutschland ein durchschnittliches monatliches Bruttoeinkommen von 3.758 Euro. Das durchschnittliche Nettoeinkommen betrug 2.922 Euro. Davon ausgegeben wurden 2.168 Euro.

  • Platz 10: Bildung

    Für die Bildung geben die Deutschen mit Abstand am wenigsten ausgegeben. Das mag zum einen daran liegen, dass viele Bildungsartikel, wie zum Beispiel Bücher, lediglich ausgeliehen werden und zum anderen gibt es im Internet eine ganze Reihe von kostenlosen Bildungsmöglichkeiten.
    Ausgaben im Monat: 16 Euro
    Anteil: 0,8 Prozent

  • Platz 9: Nachrichtenübermittlung

    Das Internet wird immer wichtiger und immer mobiler. Die Zahl der mobilen Internetnutzer nimmt exponentiell zu und eine Ende des Smartphone-Hypes ist noch nicht in Sicht. In Zukunft könnten die Ausgaben in diesem Bereich steigen.
    Ausgaben im Monat: 56 Euro
    Anteil: 2,6 Prozent

  • Platz 8: Gesundheitspflege

    Arztbesuche, Rezeptkosten, Pflegemittel und Medikamente fallen unter diese Kategorie. Mit der Abschaffung der Praxisgebühr ab dem 1. Januar 2013 dürfte dieser Ausgabeposten etwas kleiner ausfallen.
    Ausgaben im Monat: 91 Euro
    Anteil: 4,2 Prozent

  • Platz 7: Bekleidung und Schuhe

    Zum Winter und zum Sommer erhöhen sich die Ausgaben für Bekleidungsartikel. Auch gegen Ende der Jahreszeiten fließt das Geld, da viele in den jeweiligen Schlussverkäufe diverse Schnäppchen ergattern wollen.
    Ausgaben im Monat: 100 Euro
    Anteil: 4,6 Prozent

  • Platz 6: Beherbergungs- und Gaststättendienstleistungen

    Deutsche Arbeitsnehmer haben im internationalen Vergleich zwar relativ viele Feier- und Urlaubstage, die werden jedoch größtenteils zu Hause verbracht. Nicht viele fahren in den Ferien weg und wenn, halten sich die Ausgaben für Hotelübernachtungen in Grenzen.
    Ausgaben im Monat: 113 Euro
    Anteil: 5,2 Prozent

  • Platz 5: Innenausstattung und Haushaltsgegenstände

    Die Ausgaben für Möbel und Elektro- beziehungsweise Elektronikartikel positionieren sich im Mittelfeld.
    Ausgaben im Monat: 118 Euro
    Anteil: 5,4 Prozent

  • Platz 4: Freizeit, Unterhaltung und Kultur

    Das Land der Dichter der Denker hat einiges an kulturellen Gütern zu bieten. Für Besuche in Museen, Theatern und Kinos geben die Deutschen den ein oder anderen Euro aus.
    Ausgaben im Monat: 236 Euro
    Anteil: 10,9 Prozent

  • Platz 3: Nahrungsmittel, Getränke und Tabakwaren

    Im Schnitt isst jeder Deutsche rund 90 Kilogramm Fleisch und trinkt 146 Liter Kaffee im Jahr. Das schlägt sich natürlich gewichtig auf die Konsumausgaben nieder.
    Ausgaben im Monat: 305 Euro
    Anteil: 14,1 Prozent

  • Platz 2: Verkehr

    Des Deutschen liebstes Spielzeug ist sein Auto. Und das lässt er sich einiges kosten. In der Kategorie mit innenbegriffen sind auch die Ausgaben für die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel.
    Ausgaben im Monat: 305 Euro
    Anteil : 14,1 Prozent

  • Platz 1: Wohnkosten

    In Deutschland wird der größte Anteil des Einkommens für die Wohnkosten ausgegeben. Sie beinhalten neben den Miet- auch die Energie- und Instandhaltungskosten.
    Ausgaben im Monat: 738 Euro
    Anteil: 34,1 Prozent

In der Beliebtheitsskala der Kredite rangiert laut GfK der Dispo-Kredit mit einem Anteil von 16 Prozent an erster Stelle. Aber die Plätze zwei bis vier entfallen auf Ratenkredite: dem Konsumkredit von einer Bank (15 Prozent) folgen der Ratenkredit beim Autohändler (elf Prozent) und der Ratenkredit von Einzel- und Versandhandel (acht Prozent). Inklusive der sonstigen Ratenkreditmodelle liegt der Anteil jener, die einen Ratenkredit zum Abzahlen ihrer Käufe nutzen, somit bei 34 Prozent. Ein Drittel der Bevölkerung nimmt also die Chance wahr, Ausgaben über einen längeren Zeitraum zu verteilen, den Nutzen aber sofort zu realisieren.

  • 19.06.2013, 13:04 UhrWolfsfreund

    @ Nettie
    "Man braucht wohl noch eine paar Dinge mehr"
    --------------------------
    Mir sind andere Dinge wichtig als die, die in unserer Gesellschaft gewöhnlich zählen:
    Frische, saubere Luft
    die Einsamkeit des Hochgebirges und endloser Wälder
    Bäche, aus denen ich einfach trinken kann
    lange Wanderungen mit meinen Hunden
    ein Winterbiwak in aboluter Stille
    der Anblick eines Fuchses oder Wolfes am morgentlichen Waldrand
    gute Bücher zum abendlichen Entspannen
    ein Beruf, den ich mit Leidenschaft ausübe
    ein Abend mit der Familie und/oder guten Freunden

    Vieles davon kostet (fast) nichts und ist doch unendlich kostbarer als die luxuriöseste Rolex oder der Ferrari vor der Tür!

    "The cynic knows the price of everything and the value of nothing."
    Oscar Wilde

  • 19.06.2013, 09:52 Uhrnetshadow

    "Also kaufen auf pump und dann P Konto oder Insolvenz. So wird wieder mal die Verantwortung der Fehler des Einzelnen auf die Masse übertragen. Typisch für unsere deutsche Politik."

    Unsinn, nehmen Sie Ihren Taschenrechner zur Hand und schauen wer wieviel verdient während ein Kredit läuft.

    Dann müssen die Kreditgeber, Konsumbanken und wer da alles ist, eben nicht soviel auf Pump verkaufen, und schon gibts weniger Insolvenzen.
    Die Insolvenzindustrie macht im übrigen Millarden-Umsätze. Genauso wie die Abmahnindustrie.
    Diese Zahlen müssen auf den Tisch, da wird sich so mancher überlegen, überhaupt auch nur einen 10er das Konto zu überziehen.

  • 19.06.2013, 07:58 UhrGalbadon

    Vergessen wird immer wieder, dass Konsum nicht der einzige Grund für Überschuldung ist. Weil ich es selbst erlebt habe: es gibt zahlreiche Männer, die durch hanebüchene Kindes- und Erwachsenen Unterhaltszahlungen quasi lebenslang verschuldet sind, weil das Geld zum einfachen Leben nicht mehr reicht. Mit entsprechenden Auswirkungen auf die Gesellschaft, da diese Gruppe auch kaum Altersreserven aufbauen kann.
    Politisch gewollte Armut - das wäre mal ein wirklich spannendes Thema statt der pauschalisierten Konsumkritik.

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