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Umfrage: Nutzer halten Online-Banking für sicher

Eigene Erfahrungen mit Betrug beim Online-Banking haben bisher nur wenige Internetnutzer gemacht. Sicherheit und Datenschutz sind für sie die wichtigsten Kriterien. Zahlen wollen sie dafür aber nicht.

Neben mobilen TANs bieten viele Banken auch TAN-Generatoren fürs Online-Banking. Quelle: dpa
Neben mobilen TANs bieten viele Banken auch TAN-Generatoren fürs Online-Banking. Quelle: dpa

DüsseldorfJeder vierte Internetnutzer hat Angst, beim Online-Banking betrogen zu werden und tätigt deshalb keine Bankgeschäfte im Internet, das ergab eine Internet-Umfrage im Auftrag des IT-Dienstleisters Fiducia und der Initiative D21. Die Zahl der Menschen, die tatsächlich schon einmal durch Schadsoftware finanziell geschädigt wurden, ist jedoch gering. Von den Befragten waren lediglich zwei Prozent bereits betroffen. Bei über der Hälfte der Geschädigten lag der Schaden unter 200 Euro. Immerhin 19 Prozent der Befragten gaben aber an, finanzielle Schadensfälle im Umfeld zu kennen.

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Die geringe persönliche Betroffenheit könnte laut den Autoren der Studie auch der Grund dafür sein, dass immer weniger Menschen ihren Computer absichern. 2008 seien es noch 84 Prozent gewesen, heute nur noch 75 Prozent. Zudem sind weniger Internetnutzer bereit, für Sicherheit bei Transaktionen im Internet zu zahlen. Inzwischen seien 57 Prozent der Befragten überzeugt, dass sicheres Online-Banking ein kostenloses Angebot ihrer Bank sein müsse.

Die Techniken der Datendiebe

  • Trojanische Pferde

    Eine der gebräuchlichsten Methoden, Daten abzufangen, ist die Einschleusung sogenannter Trojanischer Pferde, meist schlicht Trojaner genannt. Dabei wird eine schädliche Software meist per E-Mail oder über infizierte Webseiten auf dem Computer installiert, die dort Daten – etwa die Kontonummer – meist ohne Wissen des Benutzers abruft und weiterschickt. Trojaner können sich auch in Fotos, Dokumenten oder auf Speichermedien verbergen.

  • Phishing

    Beim sogenannten Phishing versuchen Datendiebe, sich über gefälschte Webseiten Konten- oder Kreditkartennummern, TANs, PINs oder Passwörter der Opfer zu angeln. Häufig bauen sie dafür bis ins Detail den Internetauftritt von Banken, Versicherungen oder anderen Institutionen nach. Danach verschicken sie E-Mails, um Kunden per Klick auf einen enthaltenen Link auf die getürkte Seite zu führen. Dabei wird das Opfer aufgefordert, sensible Daten einzugeben, die dann zusammen mit der Identität der Opfer missbraucht werden.

  • Keylogger

    Diese Art von Schadsoftware wandert über ähnliche Wege wie Trojaner in den Computer ein und zeichnet die Tastenanschläge des Benutzers auf, um sie an Datendiebe weiterzuleiten. Diese Tasten-Speichersysteme machen für die Täter Passwörter ersichtlich, selbst wenn die Übermittlung an die passwortgeschützte Webseite verschlüsselt erfolgt.  An öffentlich zugänglichen Computern können Datengangster auch kleine Geräte zwischen Tastatur und Rechner schalten, die dann die Eingaben des Benutzers zeigen und so Daten und Zugänge erschließen lassen.

  • Klassisches Hacking

    Dabei versuchen die Hacker über Programmierattacken in Zentralrechner oder Netzwerke einzudringen. In offenen Netzwerken wie unverschlüsselten WLANs ist dies sehr einfach, in geschützten Bereichen gestaltet sich das schwieriger. Immer wieder hatten solche Angriffe auf Behörden wie die NASA oder das US-Verteidigungsministerium für Schlagzeilen gesorgt. Selbst Industrieanlagen können damit theoretisch lahmgelegt werden, wie die Attacke des Stuxnet-Wurms auf Urananreicherungsanlagen im Iran zeigt.

  • Zufall und Schlamperei

    Zwischenfälle mit sensiblen Daten sind allerdings nicht nur auf professionelle Hacker-Software zurückzuführen, sondern mitunter auch den blanken Zufall oder Unaufmerksamkeit. Dazu zählen auf EC-Karten notierte Geheimzahlen, Haftnotizen mit Passwörtern am Computerbildschirm oder fehlgeleitete Informationen. Ein Beispiel: Vor einigen Jahren erregte eine Panne der Landesbank Berlin Aufsehen. Zwei Kurierfahrer hatten sich über einen von der LBB verschickten Christstollen hergemacht und dann Etiketten von Päckchen vertauscht, um ihren Mundraub zu vertuschen. Prompt landeten tausende Kreditkartendaten in der Redaktion der „Frankfurter Rundschau“, für die eigentlich die Weihnachtsleckerei gedacht war.

Angebote der Banken, die Online-Transaktionen sicherer machen, werden offenbar auch genutzt. 31 Prozent der Nutzer verwenden mobile TAN und 28 Prozent Sm@rtTAN plus – ein Angebot der Volks- und Raiffeisenbanken. Sicherheit geben 96 Prozent der Befragten als wichtiges Kriterium beim Online-Banking an, dicht gefolgt von Datenschutz (94 Prozent). Bequemlichkeit spielt dagegen eine untergeordnete Rolle (60 Prozent), ebenso wie die Produktpalette (45 Prozent).

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Von denjenigen, die Online-Banking aktiv nutzen, fühlen sich immerhin 80 Prozent sicher. Für die Befragten ist der Computer mit 70 Prozent sogar der meist genutzte Weg zur Bank. „Dennoch besuchen 44 Prozent der Onliner häufig eine Geschäftsstelle, um mit ihrem Berater zu sprechen“, sagt Robert Wieland, Vizepräsident der Initiative D21 und Geschäftsführer der TNS Infratest, der die Ergebnisse am Mittwoch in München vorstellte.

Daneben gewinnen auch Smartphone und Tablet an Bedeutung: Aktuell verwenden 26 Prozent der Smartphone-Besitzer häufig das Smartphone und sogar 37 Prozent der Tablet-Besitzer häufig das Tablet für Bankgeschäfte.

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  • 31.01.2013, 23:52 UhrHarlemjump


    Ich mache geschäftlich sowie privat Online-Banking seit 27 Jahren; anfangs noch über BTX,seit ca. 22 Jahren über das Internet und hatte noch nie eine Fehlbuchung oder einen Betrugsfall. Daher verstehe ich weder die Leute die mit Papier zur Bank laufen noch die, die im Vorraum der Bank die Terminals für Ihre Bankgeschäfte benutzen und sich dabei von anderen Anwesenden über die Schulter schauen lassen.

  • 31.01.2013, 19:57 UhrMazi

    "Zahlen wollen sie dafür aber nicht."

    Den Satz verstehe ich nicht!

    Online-Banking wurde nicht vom Kunden sondern seitens der Banken aus Rationalisierungsgründen eingeführt.

    Die Kontenführung war früher sicherer und günstiger. Banken prüften früher de Ordnungsmäßigkeit der Buchungen. Und heute? Vergessen Sie's!

  • 31.01.2013, 17:39 Uhrdehe

    @Anonym
    ja, genau - ausser man hat Java installiert. Aber worum es mir eigentlich ging:
    Hier wird ein falsches Sicherheitsgefühl vermittelt. mTAN's sind alles andere als sicher, obwohl dies im Artikel impliziert wird.

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