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Verzinsung: Wie die Schuldenkrise Lebensversicherungen belastet

Für die meisten Versicherten wird sich die Griechenland-Krise nur in geringem Maße auf die Verzinsung auswirken. Das größte Problem für die Versicherer ist indes ein anderes.

„Für die deutschen Kunden wird Griechenland allein keine wilde Geschichte“, sagen Analysten. Quelle: dpa
„Für die deutschen Kunden wird Griechenland allein keine wilde Geschichte“, sagen Analysten. Quelle: dpa

FrankfurtWie lukrativ ist noch die Lebensversicherung? Manche Kunden machen sich angesichts immer neuer Schreckensmeldungen zur Schuldenkrise Sorgen, dass ihre Lebensversicherung künftig weniger Rendite abwirft.

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Für neue Verträge garantieren die Versicherer, dass sie das Geld des Kunden mit mindestens 2,25 Prozent verzinsen. Neben dem Garantiezins müssen die Versicherer ihre Kunden aber auch an den Überschüssen beteiligen, die sie an den Kapitalmärkten erwirtschaften. Das ist gesetzlich genau vorgeschrieben. Daher ist die Gesamtrendite derzeit deutlich höher als der Garantiezins, sie liegt aktuell bei über vier Prozent.

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Wie wirkt sich nun die Schuldenkrise auf die Verzinsung aus? Versicherungskonzerne legen das Geld ihrer Kunden an den Kapitalmärkten an, vor allem in festverzinsliche Wertpapiere von Banken, Unternehmen und Staaten, zu einem geringen Teil in Aktien und Immobilien. Zumindest was griechische Papiere betrifft, sind die Folgen überschaubar, denn Griechen-Bonds machen weniger als 0,3 Prozent der gesamten Kapitalanlage der deutschen Versicherer aus.

„Selbst wenn Versicherer auf einen Teil dieser Forderungen länger warten oder verzichten müssten, würde sich das auf die Verzinsung der Lebensversicherung branchenweit allenfalls nach dem Komma auswirken“, heißt es beim Branchenverband GDV.

Am Beispiel der Allianz lässt sich durchrechnen, dass sich selbst zunächst groß erscheinende Abschreibungssummen beim Endkunden nicht stark bemerkbar machen.

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Die Allianz hat zum Halbjahr ihre griechischen Staatsanleihen auf den Marktwert abgeschrieben. Die Wertminderung betrug 644 Millionen Euro. Die Lastenaufteilung sieht dabei wie folgt aus: Die Überschussbeteiligung der Kunden wurde um 203 Millionen Euro geschmälert, das Konzernergebnis wurde netto um 441 Millionen Euro belastet. Nach positiven steuerlichen Effekten blieb für den Konzern noch eine Belastung von 326 Millionen Euro.

  • 13.10.2011, 09:08 Uhrder_Mahner

    In einem gebe ich ihnen Recht. Die paar Millionen sind für die Allianz Peanuts.
    Jedoch sollte sich der Autor mal etwas genauer mit den gesetzlichen Regelungen der LV bzw. des Versicherungsaufsichtsgesetzes VAG befassen. Im Übrigen besteht laut BGH kein Anspruch auf Reserven für den gemeinen Kunden.
    Die Versicherung agieren seit etlichen Jahren Vergleichbar einem Schneeballsystems. Fakt ist dass mit allen Mitteln versucht wird die extremen Rückgänge im ratierlichen Neugeschäft über defizitäres Einmalgeschäft auszugleichen. Das Einmalgeschäft wurde sogar von der Bafin massiv kritisiert. Die Zinsen für die Einmalgescäfte sind völlig unrealistisch und können derzeit am Markt nicht annähernd erziehlt werden. Demnach werden diese von den Langzeitsparern über einen quasi Kredit erwirtschaftet. Bei den immensen Kosten erwirtschaftet nicht eine Gesellschaft die derzeitigen Überschüsse. Nicht umsonst sind die Nettogarantien(Deckungskapital) auf 30 Jahre gerade mal bei 0,8% bis 1,5%. Auch übersteigt die Garantie oft erst im letzten Jahr die eingezahlten Beiträge.
    Selbst die Garantien können laut VAG über Nacht von der Bafin für "nichtig" erklärt werden. Was an einer Rendite welche weit unter der tatsächlichen Inflation liegt interessant sein soll kann nicht mal ein Mitarbeiter der LV erklären. Derzeit sind laut Insiderinfos bei einigen Gesellschaften offensichtlich mehr Kündigungen als Neugeschäft abzuwickeln. Der interessierte Bürger vertraut den Banken und Versicherungen schon lange nicht mehr. In spätestens 6 Monaten wissen wir bei wohl >2. Billionen EFSF oder ESM Risiko sicher mehr.
    "Die Gelder der Bürger sind sicher" Frau Merkel garantiert persönlich. Ironie Off

  • 13.10.2011, 09:20 Uhrpoolliter

    Was kümmert die LV-Kunden der sg. "Garantiezins". Der dient doch nur noch ein verschleierndes Marketinginstrument.
    Der Zins bezogen auf die eingezahlten Prämien ist für die meisten Kunden negativ oder bestenfalls im null-komma-Bereich

  • 13.10.2011, 11:57 UhrproConceptAG

    Natürlich ist die Griechenlandkrise nicht allein der Auslöser für die immer schlechter werdende Rendite der Lebensversicherungen. Zwischenzeitlich macht sich aber selbst die EU-Aufsicht Sorgen, um die Anlagerisiken der Lebensversicherer. Das Geld der Lebensversicherten ist aufgrund der dauerhaft niedrigen Zinsen seit geraumer Zeit nicht mehr sicher. Die Versicherungsnehmer sollten Ihr Geld schnellstmöglich aus dieser höchst unsicheren Kapitalanlage retten und besser in lukrativere Produkte investieren.

    Die Überschussbeteiligung dient den Konzernen lediglich als Lockmittel für neue Kunden, garantiert wird dem Kunden diese natürlich nicht. Bei den Auszahlungen ist dies stark spürbar, gerade bei vorzeitig gekündigten Verträgen. Was jedoch längst nicht jeder weiß: Die Kosten dieser Policen betragen häufig bis zu 30% der Prämien und verhindern somit gute Renditen! So dauert es bis zu 20 Jahre, bis das Guthaben einer Lebensversicherung überhaupt die eingezahlten Beiträge übersteigt. Aber kaum ein Vertrag kann heutzutage noch über so einen langen Zeitraum durchgehalten werden!

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