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Altersvorsorge: Der Sparer, das einsame Wesen

Die Deutschen müssen sich auf Einbußen im Alter einstellen, wenn sie nicht gezielt und früh mit dem Sparen anfangen. Dabei kommt es auf die Strategie an. Am Anfang steht der Kassensturz, dann gibt der Blick in die Zukunft Hinweise für die richtige Vorsorge im Alter.

Um im Alter gut über die Runden zu kommen, braucht es die richtige Vorsorgestrategie. Quelle: dpa
Um im Alter gut über die Runden zu kommen, braucht es die richtige Vorsorgestrategie. Quelle: dpa

FRANKFURT. Die Alterung der Gesellschaft und eine drohende Geldentwertung wegen der horrenden Staatsverschuldung vergrößert die Rentenlücke der Deutschen. Diese Ausgangslage wurde auf einer Tagung des Bundes der Versicherten (BdV) erneut deutlich. Schon bei einer Inflation von drei Prozent müsse die Zusatzrente in 20 oder 30 Jahren etwa doppelt so hoch ausfallen wie aus heutiger Sicht nötig wäre, sagte Tristan Nguyen, Professor an der Wissenschaftlichen Hochschule Lahr. Allerdings sind Szenarien und Planungen für eine jahrzehntelange Geldanlage mit so vielen Unbekannten behaftet, dass die Frage nach der richtigen Altersvorsorge sich vor allem auf die Frage nach der richtigen Strategie reduziert.

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Am Anfang steht der Kassensturz. Stefan Albers, Versicherungs- und Rentenberater ermittelt diese Lücke im streng strukturierten Kundengespräch: Einnahmen, Ausgaben, was kommt bei der gesetzlichen Rente heraus, was bei der Betriebsrente? Legt der Kunde darüber hinaus schon etwas fürs Alter zurück? Wie sieht es mit dem Erbe aus? Albers notiert die Angaben in vier Excel-Tabellen. Das Kalkulationsprogramm liefert wenig später einen Überblick. Dann muss der PC-Prozessor wieder rechnen. Die Zahlungsströme werden sortiert, wie viel Geld steht wann zur Verfügung? Die Inflation kalkuliert der Fachmann mit 2,5 Prozent jährlich ein. Eine zuverlässige Prognose ist da unmöglich. Wer mit einer stärkeren Geldentwertung rechnet, muss den Faktor vergrößern.

Wie viel Geld braucht der Rentner oder die Rentnerin? Experte Albers gibt standardmäßig 80 Prozent des aktuellen Nettoeinkommens vor. Das wird mit 2,5 Prozent bis zum Rentenbeginn aufgezinst. Dann leuchtet auf dem Computer das Grand Total auf. Und die Differenz zur bestehenden Absicherung.

Mit welchen Produkten kann nun eine Rentenlücke am besten geschlossen werden? Versicherungsberater Albers, der gegen Honorar berät - also keine Provisionen bekommt, empfiehlt Versicherungen in der Regel nur für ihren ursprünglichen Zweck, der Absicherung von Risiken: etwa für die Versorgung der Familie, wenn der Hauptverdiener stirbt oder arbeitsunfähig wird. Sparen ist seiner Ansicht nach - der Kosten wegen - ohne Versicherungsmantel meist rentabler, wenn man das Geld selbst in sicheren festverzinslichen Wertpapieren anlegt und das Risiko streut.

Lebensversicherungen lohnen sich nur für Durchhalter

Aber bei der Kapitalanlage gehen die Meinungen weit auseinander. Die Lebensversicherer argumentieren zum Beispiel, nur sie gäben auf Jahrzehnte hinaus Garantien und zahlten lebenslang. Auch habe die Verzinsung die Inflation bislang meist mehr als ausgeglichen. Reiner Will, Chef der Ratingagentur Assekurata, der den Versicherern auf den Zahn fühlt, spricht von einer Brot-und-Butter Vorsorge. Soll heißen: Eine Lebensversicherung bietet vielleicht nicht die höchsten, aber stabile und sichere Renditen. Allerdings muss man dann auch jahrzehntelang bei der Stange bleiben und Monat für Monat Beiträge zahlen. Eine vorzeitig gekündigte Lebensversicherung ist meist kein sonderlich gutes Geschäft. "Das Anlageziel wird nur erreicht, wenn ich durchhalte", sagt Will. Und das schafft nur jeder Zweite.

Auch die Fondsanbieter verweisen auf üppige Renditen in der Vergangenheit. Doch der Blick in den Rückspiegel sagt nichts darüber aus, wie die Lage in 20, 30 Jahren aussieht. Die beste Regel lautet nach wie vor: Der Mix macht?s. Wer eine solide Rente oder Pension erwartet, kann risikofreudiger anlegen. Wer im eigenen Haus wohnt oder anderen Immobilienbesitz hat, sollte darauf achten, Geldvermögen aufzubauen. Ohne Liquidität läuft auch im Alter nicht viel.

"Am besten investiert man einmal quer durch die Finanzanlagen", sagt Tom Friess, Chef der Vermögensberatung VZ Vermögenszentrum in München. "Die einzige Möglichkeit, sich vor der Entwertung des eigenen Besitzes durch Inflation zu schützen, ist durch eine möglichst breite Streuung des Finanzvermögens auf verschiedenste Anlagearten", formuliert es Niels Nauhauser, Finanzberater bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Daraus ergibt sich auch, dass ein vollständiger Schutz vor der Teuerung kaum möglich ist. Irgendeine Anlage leidet immer darunter, am meisten die Sparguthaben, aber auch Anleihen. In der Hyperinflation der 20er-Jahre und der Währungsreform nach dem Krieg sind Haus- und Aktienbesitzer noch am besten weggekommen. Daher resultiert auch derzeit der Run auf Gold und Rohstoffe. Allerdings werfen diese Anlagen keine laufende Verzinsung ab, sondern man spekuliert auf die reine Wertsteigerung.

Fazit: Jeder sollte Geld fürs Alter zurücklegen. Als Faustformel beziffert Vermögensberater Friess: wenn möglich, zehn Prozent des Einkommens. Für nahezu jeden lohnt es sich laut den Experten, die staatliche Förderung bei Riester-Rente und betrieblicher Altersvorsorge mitzunehmen.

  • 03.06.2010, 14:55 UhrAnonymer Benutzer: vobageschaedigt

    Muss dem Schreiber "DZ-Die Zocker bank" Recht geben!
    Kein Geld zurückerhalten, nur Ärger und freche Rückantworten, wie "Sie wurden 100% gut beraten und auf Risiken aufmerksam gemacht worden"! Gerade dies stimmt nicht, denn wär ist so dumm und kauft einen DG-Fonds, von dem er weiss, dass er in ein pßaar Jahren nichts mehr Wert ist!!!!

  • 31.05.2010, 20:07 UhrAnonymer Benutzer: Christian_W

    Lieber Spielverderber, ganz so schlimm ist es nun auch nicht. Der Unterschied zwischen einem Fonds nach dem dt. invG und einer bausparkasse ist der, dass beim Fonds das Geld in einem Sondervermögen angelegt wird. Geht die Fondsgesellschaft pleite, steht das Vermögen immer noch in der Obhut der Depotbank. Und auch die kann pleite gehen, ohen dass das Sondervermögen davon berührt wird. Verlust machen Sie nur dann, wenn die Anlagen (Aktien, Renten, immobilien, je nachdem) wertlos sind. Das ist aber unabhängig von der Anlagegesellschaft. Das gilt wiederum nicht für die Riester-Variante banksparplan, sondern für fondsgebundene Riesterverträge. bei denen steht im worst case nur die Garantie zur Debatte. Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal... na sie wissen schon.

  • 31.05.2010, 14:00 UhrAnonymer Benutzer: Spielverderber

    Hallo DZ-Die Zocker bank!

    ich habe mir eben mal die Prospekte der DG-Fonds aus reiner Neugierde angeschaut. Dort wurde offen mit Objekten geworben, welche noch nicht einmal existierten! Wie kann man als Anleger nur sein Gehirn so ausschalten und sich auf reine, sicherlich viel zu positive, Prognosen verlassen? ich hoffe Sie haben nicht ihr komplettes Erspartes in diesen Fond gesteckt!? Übrigens möchte ich an dieser Stelle auch ausdrücklich vor Riester-Verträgen warnen! Denn sicher ist das Geld in diesen Anlageformen auch nur so lange, wie der Emittent solvent ist. Gehen die ganzen Fondsgesellschaften oder bausparkassen irgendwann mal pleite, sind die ganzen Riester-Verträge auch futsch! Garantiert wird die Sicherheit nämlich nicht vom Staat, der gibt nur den Rahmen vor, auch wenn es immer wieder so beworben wird! Denkt mal drüber nach!

    MfG,
    der Spielverderber

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