_

Altersvorsorge: Was sich für Riester-Kunden ändert

Entwarnung für viele Riester-Sparer, die ihre Zulage aus Unwissenheit verloren haben. Nach dem Wirbel um die Rückforderung der Zulagen durch die Bundesregierung, dürfen die Sparer ihre Beiträge nun nachzahlen.

_
Finanzminister Schäuble: "Der Zulagenanspruch bleibt rückwirkend für die Vergangenheit erhalten.“ Quelle: dpa
Finanzminister Schäuble: "Der Zulagenanspruch bleibt rückwirkend für die Vergangenheit erhalten.“ Quelle: dpa

Berlin, FrankfurtEntwarnung für viele der 1,5 Millionen Riester-Sparer, deren Zulage kürzlich zurückgebucht wurde: Diejenigen, die unwissend keine Beiträge in ihren Vertrag für die staatlich geförderte private Altersvorsorge eingezahlt haben, dürfen dies nachholen. Sie sollen ihre staatliche Zulage dann zurückerstattet bekommen. Das hat das Bundeskabinett gestern nach einem Gesetzentwurf des Bundesfinanzministeriums beschlossen.

Anzeige

Die Regierung reagiert damit auf den Wirbel um die Rückforderung von insgesamt einer halben Milliarde Euro an Zulagen. „Damit bleibt der Zulagenanspruch rückwirkend für die Vergangenheit erhalten“, sagte Finanzminister Wolfgang Schäuble. Wie das Finanzministerium mitteilt, werden diejenigen, die in der Vergangenheit unabsichtlich keine Beiträge eingezahlt haben und damit ihre Zulagen verloren haben, darüber informiert, dass und wie sie innerhalb von zwei Jahren nachzahlen können.

Fallstricke bei der Altersvorsorge

  • Inflation einkalkulieren

    Bei einer langfristigen Finanzplanung ist die Inflation ein wesentlicher Faktor. „100 Euro sind in 20 Jahren bei einer angenommenen jährlichen Inflationsrate von zwei Prozent nur noch 67 Euro wert“, rechnet Finanzexperte Siebold vor. „Steigt die Inflationsrate auf drei Prozent, sind es nur noch rund 55 Euro.“ Nach 30 Jahren seien 100 Euro bei zwei Prozent Teuerung nur 55 Euro und bei drei Prozent nur rund 41 Euro wert. Einen Inflationsschutz bieten nach Expertenansicht Sachwerte wie Aktien oder Immobilien.

  • Zu niedrige Verzinsung

    Die Deutschen scheuen das Risiko, doch das kann bei der Altersvorsorge unangenehme Folgen haben. „Viele Deutsche fühlen sich mit Bar- und Festgeld sowie mit sicheren Rentenpapieren wohl“, sagt Finanzplaner Christian Siebold. „Aber wirklich riskant ist es, langfristig nicht auch chancenorientierte Investments beizumischen, damit die Rendite stimmt“, meint der Fachmann. Experten empfehlen Aktien, Anleihen und Fonds als chancenorientierte Anlagen. Auch alternative Investments wie Private Equity (außerbörsliche Beteiligungen), Rohstoffe oder Hedge-Fonds können ein Baustein des langfristig orientierten Altersvorsorgeportfolios sein.

  • Auf die Details achten

    Wer sich für ein Produkt entscheidet, sollte sich die Details genau anschauen. Private Rentenversicherungen bieten Flexibilität, die Einzahlungen lassen sich anpassen. Wird aber beispielsweise die Riester-Rente nicht hoch genug bespart, zahlt der Staat auch nicht die volle Förderung. Grundsätzlich sollten Verbraucher unabhängigen Rat einholen und dafür auch Geld investieren.

In eine solche Lage können zum Beispiel nicht berufstätige Ehefrauen kommen, die durch die Geburt eines Kindes beitragspflichtig geworden sind, weil sie für die Elternzeit von drei Jahren Mitglied in der gesetzlichen Rentenversicherung werden. Dies könnte der Frau in einem solchen Fall aber nicht bewusst sein, so das Ministerium, weil sie zuvor keine Beiträge einzahlen musste, wenn auch ihr Mann einen Riester-Vertrag hat.

Betroffene Riester-Sparer können ihrem Finanzanbieter sagen, für welche Jahre sie die Summen zurückzahlen wollen. Die Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA) wird dann die Zulage zurückzahlen. Damit das Riester-Chaos künftig vermieden wird, müssen von 2012 an alle Riester-Sparer einen Eigenbeitrag von mindestens 60 Euro im Jahr zahlen, um eine volle Zulage zu bekommen. Kinderlose, nicht berufstätige Ehepartner hatten bisher den vollen Zulagenanspruch auch ohne eigene Beiträge.

Zurück

Ratgeber Geldanlage

Die beste Strategie für das eigene Vermögen: Der Ratgeber von Handelsblatt Online erklärt Grundlagen, Chancen und Risiken von Investments in Aktien, Fonds, Anleihen, Zertifikaten und Zinskonten. Anleger erfahren, wie sie die passenden Produkte auswählen und unkalkulierbare Risiken vermeiden. Mehr…

  • Depot-Contest
Depot-Contest : Wer am meisten aus Geld macht

Wer am meisten aus Geld macht

Welcher Vermögensverwalter ist der beste? Finden Sie es heraus: Wir lassen 30 Profis beim DAB-Depot-Contest gegeneinander antreten.

  • Video

Top-Thema Deutsche Telekom riskiert neue Milliardeninvestitionen

1,7 Millionen Kunden weg im vergangenen Jahr, die Übernahme durch AT&T geplatzt - die Bilanz von T-Mobile US liest sich alles andere als erfolgreich. Und obwohl ein Partner in den USA dringend nötig wäre, will die Telekom erstmal...